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Fall Blatter : Büros von Frankreichs Fußball-Verband durchsucht

  • Aktualisiert am

Die Ermittlungen gehen weiter: Joseph Blatters Deal mit Michel Platini (l.) beschäftigt die Justiz noch immer Bild: AP

Die Schweizer Behörden legen im Fall Joseph Blatter nach. Per Amtshilfe suchen sie in Frankreich nach Erklärungen für eine ominöse Zahlung - und all das vor dem 80. Geburtstag des ehemaligen Fifa-Chefs.

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          Die Schweizer Justiz erhöht im Untreue-Verfahren gegen den ehemaligen Fifa-Chef Joseph Blatter den Druck. Per Amtshilfe ließ die Schweizer Bundesanwaltschaft das Büro des französischen Fußball-Verbandes FFF in Paris durchsuchen und Dokumente beschlagnahmen. Es geht laut der Behörde um die Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, umgerechnet etwa 1,82 Millionen Euro, an den gesperrten Uefa-Chef Michel Platini.

          Französische Beamte hatten bereits am Dienstag gemeinsam mit Schweizer Kollegen das Büro des Verbandes besucht, wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Bern mitteilte.

          Die Schweizer ermitteln offiziell seit dem 24. September 2015 wegen des Verdachts der Untreue. Damals hatten Beamte der Bundeskriminalpolizei mit Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft die Fifa-Zentrale und das Büro von Blatter in Zürich durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Platini war als Auskunftsperson befragt worden.

          Blatter und Platini beteuern ihre Unschuld. Sie behaupten, Grundlage der Zahlung sei eine mündliche Verabredung für eine Beratertätigkeit Platinis für Blatter zwischen 1999 und 2002. Platini hatte Blatter bei dessen erneuter Wahl zum Fifa-Chef im Mai 2002 unterstützt. Die Schweizer Justiz nannte die erst im Februar 2011 erfolgte Zahlung „treuwidrig“. Dennoch heißt es in der jüngsten Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft weiter: „Für Joseph Blatter, gilt wie für alle Beschuldigten, die Unschuldsvermutung.“

          Blatter und Platini versuchen derzeit, vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas ihre auf sechs Jahre reduzierte Sperre wegen diverser Verstöße gegen die Ethikregeln aufheben zu lassen. Die Sperre von zunächst acht Jahren war im vergangenen Dezember ausgesprochen worden.

          Blatter, der an diesem Donnerstag 80 Jahre alt wird, war 1998 zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes Fifa gewählt worden. Wenige Tage nach seiner Wiederwahl am 2. Juni vergangenen Jahres war er angesichts massiver Korruptionsvorwürfe gegen ihn und die Fifa zurückgetreten. Seit dem 26. Februar führt der Schweizer Gianni Infantino die Fifa.

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