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Radsport-Verband UCI : Krachende Niederlage für den Präsidenten

  • -Aktualisiert am

Aus dem Amt gefegt: Brian Cookson Bild: Picture-Alliance

Vor vier Jahren hatte Russland ihm massiv zum Wahlsieg verholfen. Nun scheitert UCI-Präsident Brian Cookson bei der nächsten Abstimmung. Nun übernimmt ein junger Franzose das Amt.

          Als Brian Cookson an diesem regnerischen Morgen im Tagungshotel in Bergen ankam, schien er zuversichtlich zu sein. Vor vier Jahren hatte der Brite die Führung des Internationalen Radsportverbandes (UCI) übernommen – er setzte sich damals gegen den umstrittenen Pat McQuaid durch. „Der Radsport wird sich ab jetzt verändern“, sagte Cookson, der vor allem auf den verstärkten Anti-Doping-Kampf, die Internationalisierung des Radsports sowie auf die Entwicklung des Frauen-Radsports setzte. Doch am Donnerstag kam für ihn abrupt das Ende. Cookson erlitt beim UCI-Kongress während der Weltmeisterschaften in Norwegen eine krachende Niederlage – sein Nachfolger an der Spitze der UCI ist der Franzose David Lappartient.

          Der Herausforderer, langjähriger Präsident des französischen Radsportverbandes sowie Chef des europäischen Verbandes UEC, hatte sich von Anfang an als ernsthafter Konkurrent präsentiert. Lappartient fiel zwar nie besonders auf, hatte aber unter anderem als Chef der UCI-Kommission für Profiradsport immer eine starke Position. Lappartient erhielt 37 von 45 Stimmen. „Man wusste schon im Voraus, dass Lappartient deutlich gewinnen wird. Ich persönlich dachte, es würde in Richtung 35:10 gehen“, sagte der Russe Alexander Gussjatnikow, UEC-Vizepräsident und einer der mächtigsten Hintermänner im Welt-Radsport, nach der Abstimmung. „Cookson war das aber nicht bewusst. Ich sprach mit ihm gestern und wollte ihm noch raten, seine Kandidatur zurückzuziehen. Doch er schien so selbstbewusst, dass ich es gelassen habe.“

          Vor vier Jahren hatte Russland dem Briten noch massiv zum Wahlsieg verholfen. Dabei hatte sich der mächtige Geldgeber Igor Makarow für Cookson eingesetzt. Diesmal fehlte es aber generell an der Unterstützung aus Europa, das ganz auf Lappartient setzte. „Wir unterstützen generell die Strategie der Internationalisierung, doch Europa ist immer noch der Hauptmarkt für Radsport“, sagte ein europäischer Delegierter. „Unsere Rolle wird aber immer kleiner, damit wollten wir uns nicht einfach abfinden.“ Aber auch die Kritik aus dem Fahrerfeld spielte eine Rolle. So hatte unter anderen Tony Martin den Briten Cookson zuletzt deutlich angegriffen. „Ich habe das Gefühl, dass wir gegen eine komplette Wand laufen“, sagte der deutsche Profi, der seinen Zeitfahrtitel am Mittwoch an den Niederländer Tom Dumoulin verlor, dieser Tage.

          Der neue Hoffnungsträger des Radsportverbandes: David Lappartient

          Trotzdem war das hohe Ergebnis für Lappartient gerade für Außenstehende eine Überraschung. „Es ist auf jeden Fall gelungen, alles bis zum Ende relativ still zu halten“, sagte der Russe Gussjatnikow noch vor der Ankündigung des Endergebnisses. Am Donnerstag Mittag war die Revolution gegen Cookson dann vollbracht. „Veränderungen generieren Angst, das ist völlig normal. Aber ich kann allen Beschäftigten der UCI versichern, dass ich ihre Kompetenz nach wie vor brauche“, sagte Lappartient. Klar ist, dass mit dem Erfolg von Lappartient in erster Linie zwei große Spieler im internationalen Radsport ihre Position stärken. Das sind zum einen Europa und der europäische Verband – und zum anderen die Profi-Teams im Straßenradsport, die schon längst eine Beteiligung an Fernsehgeldern fordern. Mit Lappartient haben sie zumindest in der Theorie einen starken Befürworter an ihrer Seite. Doch ob es dem Franzosen gelingt, tatsächlich positive Bewegung in die Radsportwelt zu bringen, bleibt abzuwarten.

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