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Entzug nach Doping-Report : Bob-WM von Sotschi zum Königssee

Die Bobs bei der WM 2017 sollen am Königssee durch den Eiskanal rauschen. Bild: Picture-Alliance

Nach dem Entzug der Bob-WM 2017 soll es einen deutschen Ort als Ersatz für Sotschi geben. Ob die Veranstaltung auf der Kunsteisbahn am Königssee ausgetragen werden kann, ist aber noch nicht sicher.

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          Der Bob- und Schlitten-Verband für Deutschland (BSD) soll die den Russen entzogenen Weltmeisterschaften im Februar 2017 auf der Kunsteisbahn am Königssee austragen. Das bestätigte der Generaldirektor des BSD, Thomas Schwab, auf Anfrage. „Wir sind gefragt worden und wir würden es auch machen. Allerdings müssen wir prüfen, ob wir eine WM so kurzfristig gestemmt bekommen.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die Organisation der Veranstaltung wird selbst bei einer abgespeckten Version rund 500.000 Euro kosten. Das Bundesinnenministerium hat dem BSD eine (bei langfristiger Planung übliche) Unterstützung von bis zu 150.000 Euro in Aussicht gestellt. „Bis Freitag werden wir wissen, ob es geht, ich bin zuversichtlich“, sagte Schwab. Der Internationale Bob- und Skeleton-Verband (IBSF) hatte am Dienstag entschieden, die Vergabe der Wettkämpfe an den Olympia-Ort Sotschi rückgängig zu machen. Er begründete seine Entscheidung mit dem Hinweis, die Athleten müssten ihre Meisterschaften in Ruhe austragen können.

          Zuvor hatten einzelne Athleten und Nationen mit einem Boykott der WM gedroht und dabei unter anderem auf das Staatsdoping während der Winterspiele 2014 in Sotschi verwiesen. Der IBSF vermied in seiner Erklärung jeden Hinweis auf die am Freitag im Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur veröffentlichten Details zum perfiden Doping-System in Russland. Während Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, die Entscheidung begrüßte, reagierte die russische Regierung verärgert: „In unseren Augen ist das eine politisch motivierte Entscheidung“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

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