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Sportpolitik in der Kritik : Mehr „Zipfel“ als Gipfel

Deutschland soll wieder in Bewegung kommen, plant die Bundesregierung. Bild: dpa

Die Opposition kritisiert die Planung der Bundesregierung für den Bewegungsgipfel am 13. Dezember heftig. Zu spät, zu elitär, zu wenig Geld, lauten die Vorwürfe.

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          Die Opposition hat die Planung von Innen- und Gesundheitsministerium für den Bewegungsgipfel am 13. Dezember heftig kritisiert. Redner von Union und Linke werfen der Regierung vor, dass nicht alle Mitglieder des Sportausschusses eingeladen seien.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In der sportpolitischen Debatte des Bundestages über Anträge der Union zur Förderung des Gesundheitssports und zur Unterstützung von Vereinen und anderen Einrichtungen des Sport in der Energiekrise nannte es der CSU-Abgeordnete Stephan Mayer unerträglich, dass das Parlament und dessen Fachpolitiker aus Sport- wie Gesundheitsausschuss außen vor bleiben sollten. Auch Vereine seien ausgeschlossen. Der Gipfel sei eine elitäre interne Veranstaltung der Regierung, beklagte der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium. Er finde zu spät statt und sei falsch konzipiert.

          Wiederbelebung der Vereine nach der Pandemie

          Das ReStart-Programm der Regierung für die Wiederbelebung der Vereine nach der Corona-Pandemie mit einem Volumen von 25 Millionen Euro nehme sich, so Mayer, außerordentlich bescheiden aus; allein Bayern unterstütze seine Sportvereine in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 40 Millionen Euro. Das Land hat einen Härtefallfonds für soziales Leben und Infrastruktur aufgelegt, der auch den Sport umfasst. Schleswig-Holstein unterstütze den Sport in der Energiekrise mit 9 Millionen Euro. Der CSU-Politiker erwähnte nicht das von SPD und Grünen regierte Niedersachsen, das plant, seinem Sport mit 30 Millionen Euro durch die Krise zu helfen.

          Mayer kritisierte, dass der Sport in den ersten drei Entlastungspaketen vor der Gaspreisbremse nicht berücksichtigt worden sei. Sportvereine und Kommunen als Träger der meisten Sportstätten seien auch bei der Härtefallregelung nicht antragsberechtigt. Der Sport habe in der Regierung keine Lobby und werde stiefmütterlich behandelt, beklagte Mayer.

          Der Linken-Abgeordnete André Hahn nannte den geplanten Gipfel einen „Bewegungs-Zipfel“. Angesichts der Bedeutung des Sports sei inakzeptabel, dass Bundeskanzler Olaf Scholz nicht teilnehmen wolle. Zusätzlich zum Gesetz zur Förderung des Spitzensports, wie die Regierung eines plane, bedürfe es eines zur Förderung des Breitensports.

          Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Poschmann, wies die Vorwürfe zurück mit dem Hinweis, die Regierung arbeite längst an einer Neuausrichtung der Sportpolitik über die eigentliche Aufgabe der Spitzensportförderung hinaus. Beim Bewegungsgipfel sollen nach Information der F.A.Z. neben der für Sportförderung zuständigen Innenministerin Nancy Faeser und Gesundheitsminister Karl Lauterbach sechs weitere Ministerien, der Deutsche Olympische Sportbund sowie die Konferenzen der Sportminister, der Gesundheitsminister und der Kultusminister in der Max-Schmeling-Halle in Berlin vertreten sein.

          Für den selben Tag und den selben Ort lädt das Innenministerium zur Auftaktveranstaltung für den „Entwicklungsplan Sport“ ein. Auch der Sport- und Gesundheitspolitiker Herbert Wollmann, Abgeordneter der SPD, sagte, alles, was die Opposition fordere, sei in Arbeit. Er stellte Einladungen für alle in Aussicht, die sich beteiligen wollten.

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