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Belarus drohen Sanktionen : IOC untersucht Fall Timanowskaja

Kristina Timanowskaja in der polnischen Botschaft: erschöpft und verängstigt. Bild: dpa

Die Sprinterin Kristina Timanowskaja wirft belarussischen Offiziellen vor, sie am Sonntag aus dem Olympischen Dorf gekidnappt zu haben. Nun leitet das IOC eine Untersuchung gegen das belarussische olympische Komitee ein.

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          Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine förmliche Untersuchung gegen das belarussische olympische Komitee eingeleitet. Das teilte IOC-Sprecher Mark Adams auf der täglichen Pressekonferenz während der Olympischen Spiele in Tokio mit. Das IOC erwartete eine angeforderte schriftliche Antwort des belarussischen NOK zum Fall der Sprinterin Kristina Timanowskaja im Laufe des Dienstags, dann werde der Fall untersucht. Eine Entscheidung über mögliche Konsequenzen werde nicht unmittelbar fallen, sagte Adams, so dass mit ihr nicht bis zum Ende der Spiele am Sonntag zu rechnen ist.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Timanowskaja forderte in einem Interview mit der Agentur Associated Press eine solche Untersuchung und „möglicherweise Sanktionen gegen den Cheftrainer, der an mich herangetreten ist und mich um die Möglichkeit gebracht hat, an den Olympischen Spielen teilzunehmen“. Timanowskaja, die angibt, am Sonntag von den belarussischen Offiziellen aus dem Olympischen Dorf gekidnappt worden zu sein, sagte weiterhin, sie wolle ihre Karriere in Europa fortsetzen. Polen hatte ihr ein Visum aus humanitären Gründen ausgestellt, Ministerpräsident Mateusz Morawiecki warf der Regierung des belarussischen Diktators Alexandr Lukaschenko einen „kriminellen Versuch“ vor, „eine Sportlerin zu entführen, die kritisch gegenüber dem belarussischen Regime eingestellt ist“.

          Der Verein Athleten Deutschland forderte Sanktionen gegen das belarussische NOK, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Die Sportlerinteressenvertretung „Global Athlete“ forderte das IOC auf, das belarussische NOK umgehend zu suspendieren. Im Deutschlandfunk sagte Anton Nadzielka, der Vorsitzende der Belarussischen Gemeinschaft Razam e.V., es sei damit zu rechnen, dass Lukaschenko Sportler nach den Spielen verhaften lasse, die sich erkennbar in Opposition zu ihm begeben haben, die er aber für ihren Auftritt in Tokio noch gebraucht habe. Sport sei Lukaschenkos Lieblingshobby, er sehe „alle Sportler, ich würde schon fast sagen, wie seine Sklaven“, sagte Nadzielka.

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