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Bach-Nachfolge : Hörmann soll DOSB-Präsident werden

Hoch hinaus: Alfons Hörmann (Foto: Beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Oberstdorf 2012) soll Nachfolger von Thomas Bach werden Bild: dpa

Der nächste Bach fährt Ski: Nachfolger des zum IOC-Präsidenten gewählten Thomas Bach an der Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes wird Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Ski-Verbandes.

          Alfons Hörmann wird im Dezember zum neuen Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gewählt. Das ist der Wunsch der Fachverbände im DOSB. Die anwesenden Delegierten haben sich bei einem Treffen am Mittwoch in Frankfurt für den Präsidenten des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) ausgesprochen. Die Wahl des potentiellen Sportführers Hörmann findet Anfang Dezember bei der Delegierten-Versammlung des DOSB in Wiesbaden statt. Zwar „zwitscherte“ der DOSB via Twitter, es handelte sich um einen Vorschlag an die Landessportbünde und die Verbände mit besonderen Aufgaben.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Da die Fachverbände bei Einigkeit über die Stimmenmehrheit unter den DOSB-Mitgliedern verfügen, gilt die Inthronisierung allerdings nur noch als ein formaler Akt. Die Wahl ein Jahr vor Ablauf des eigentlichen Regierungszyklus im deutschen Sport ist notwendig geworden, weil Thomas Bach als neuer Präsident des Internationalen Olympischen Komitees als DOSB-Chefs Mitte September zurücktrat. Bis zur Mitgliederversammlung in sechs Wochen hat Vizepräsident Hans-Peter Krämer die Vertretung Bachs übernommen.

          Thiel und Weiß ziehen zurück

          Mit der Einigung auf Hörmann ist der Kampf um die Führung des deutschen Sports beendet worden, bevor er richtig begonnen hatte. Zu einer Kampfabstimmung kam es nicht, obwohl Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes, bis in die Sitzung hinein mit dem Gedanken gespielt hatte, als Kandidatin aufzutreten. Auch Rolf-Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball-Bundes, stand grundsätzlich bereit. Alle drei stellten sich den Fachverbänden vor.

          Dabei hat Hörmann nach Ansicht von Sitzungsteilnehmern einen sehr guten Eindruck hinterlassen. In einer Pause einigten sich die drei nach Informationen dieser Zeitung, Hörmann den Vortritt zu überlassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich im Saal aber bereits der Deutsche Fußball-Bund, der Deutsche Leichtathletik-Verband, der Deutsche Hockey-Bund und – wie erwartet – der Deutsche Turner-Bund für Hörmann ausgesprochen.

          Am Montag hatte Krämer als Koordinator bei der Suche nach dem Bach-Nachfolger am Telefon gegenüber der Rechtsanwältin Christa Thiel behauptet, sie sei aussichtslos im Rennen um das Amt. Dass Frau Thiel an ihrer Beteiligung bei der Organisation der Schwimm-EM festhalten wollte, stieß nicht auf Gegenliebe. Hörmann wiederum erklärte seine wirtschaftliche Unabhängigkeit und deutete an, sich als Geschäftsführer der Hörmann-Gruppe zurückziehen zu wollen, um dem Sport voll zur Verfügung stehen zu können. „Er hat einen sehr guten Vortrag gehalten“, sagte Frau Thiel am Mittwoch auf Anfrage und beteuerte, dem designierten DOSB-Chef gegenüber loyal sein zu wollen. Hörmann wird zunächst ein Jahr Präsident sein. Dann findet die turnusmäßige Neuwahl des gesamten Präsidiums statt.

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