https://www.faz.net/-gtl-9nc07

DFB und Infront : Betrugsverdacht um Bandenwerbung bei Länderspielen

  • Aktualisiert am

Mehr Bandenwerbung verkauft als gezeigt: Dem DFB droht ein weiterer Skandal. Bild: dpa

Ein leitender Marketing-Mitarbeiter des DFB soll offensichtlich für Geschenke Gefälligkeiten gewährt haben. Jetzt ermittelt ein enger Schweizer Kooperationspartner wegen ähnlicher Vorwürfe im eigenen Haus.

          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lässt von externen Fachleuten klären, ob ein leitender Angestellter aus der hundertprozentigen Tochtergesellschaft DFB GmbH gegen die seit 2016 geltenden Compliance-Regeln verstoßen hat. In der vergangenen Woche soll sich der DFB von dem Mitarbeiter getrennt haben. Es könnte sich um den Vorwurf der Bestechlichkeit handeln.

          Der Fall ist brisant, weil der Betroffene nicht nur eine verantwortliche Funktion innehatte, sondern auch maßgeblich zuständig war unter anderem für die Vermarktung von Banden. „Dem DFB liegen Erkenntnisse vor, dass es zu möglichen Auffälligkeiten gekommen ist, die aktuell in Zusammenarbeit mit externen Wirtschaftsprüfern untersucht werden. Wir werden die Ergebnisse dieser Prüfungen zunächst abwarten und uns deshalb zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht weiter äußern“, teilte der Verband der F.A.Z. mit.

          Am Freitagnachmittag spitzte sich die Lage dann zu. In einer Mitteilung informierte der internationale Sportvermarkter Infront aus der Schweiz, der seit vielen Jahren für den DFB aktiv ist, dass gegen einen eigenen Mitarbeiter der Verdacht betrügerischer Aktivitäten bestehe. Bei der Untersuchung sei deutlich geworden, dass es um Bandenwerbung von Infront für Spiele des DFB gegangen sei. Die mutmaßliche Betrugsmasche soll sich um falsch abgerechnete Bandenwerbezeiten gedreht haben. Der ehemalige Mitarbeiter habe die durch seine Aktivitäten generierten Einnahmen vermutlich aus dem Unternehmen transferiert.

          Zudem sei aufgrund der internen Untersuchung auch bekannt geworden, dass der beschuldigte Mitarbeiter auf Kosten von Infront Geschenke an Mitarbeiter mindestens eines Kunden von Infront gemacht habe, die über angemessene und übliche Werte hinausgegangen seien. Dies könnte die Verbindung zum DFB und seinen leitenden Mitarbeiter sein. Der Vorstandschef von Infront, Philippe Blatter, Neffe des ehemaligen Fußball-Weltverbandspräsidenten Joseph Blatter, sagte: „Wir sind zutiefst schockiert, dass einer unserer ehemaligen Mitarbeiter unser Vertrauen zum Nachteil unserer Kunden und unseres Unternehmens verletzt hat.“

          Weitere Themen

          Neuer not amused

          Nach ter-Stegen-Aussagen : Neuer not amused

          „Auch wir Torhüter müssen zusammenhalten“: Manuel Neuer hat sich kritisch gegenüber Marc-André ter Stegen geäußert. Der Nationalmannschaftskollege vom FC Barcelona hatte sich zuvor frustriert über seine Ersatzrolle gezeigt.

          „Es gibt immer Idioten“

          Böllerwurf beim Rheinderby : „Es gibt immer Idioten“

          Sportlich war das 122. Rheinderby weniger ansehnlich. Neben dem Platz geschah außerdem viel Unrühmliches. Aus dem Kölner Block heraus gab es einen Böllerwurf, und zuvor war es schon zu einem Buttersäure-Anschlag gekommen.

          Topmeldungen

          Die Ruhe vor der Messe: Ola Källenius im provisorischen Daimler-Hauptquartier auf der IAA

          Erste IAA für den Daimler-Chef : Ola im Härtetest

          „Wir müssen die Effizienz dramatisch erhöhen“, sagt Ola Källenius und schwört die Belegschaft auf harte Zeiten ein. Die Aktionäre als Eigentümer sollen zugleich höchste Priorität haben. Seine erste IAA als Daimler-Chef hat es in sich.
          Erkennt Widersprüche und artikuliert sie auch: Snowdens Buch ist keine rührselige Beichte.

          Snowdens „Permanent Record“ : Die Erschaffung eines Monsters

          Nicht die Rebellion, die Regierungstreue steht am Anfang dieser Biographie: Edward Snowden erzählt glänzend, wie er erwachsen wurde, während die digitale Welt ihre Unschuld verlor.
          Hält von der Kritik ter Stegens wenig: Manuel Neuer

          Nach ter-Stegen-Aussagen : Neuer not amused

          „Auch wir Torhüter müssen zusammenhalten“: Manuel Neuer hat sich kritisch gegenüber Marc-André ter Stegen geäußert. Der Nationalmannschaftskollege vom FC Barcelona hatte sich zuvor frustriert über seine Ersatzrolle gezeigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.