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Olympia-Kommentar : Auf nach Südkorea!

Es ist angerichtet: Das Olympiastadion von Pyeongchang bei einer Inspektion Bild: YONHAP/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Erste Länder erwägen einen Olympiaverzicht wegen der nordkoreanischen Aggression. Eine Absage der Olympischen Spiele in Pyeongchang? Diesen Triumph sollte man Kim Jong-un nicht gönnen.

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          Raketen fliegen, Flugzeuge üben Bombenabwürfe, ein „künstliches Erdbeben“ entpuppt sich als Atombombentest, vor allem aber werden in kaum noch zu zählendem Umfang von allen Seiten Drohungen wüstester Art in die Welt geblasen. Kurz: Es herrscht akute Krisenstimmung in und um Korea. Und hier sollen in wenigen Monaten Olympische Winterspiele abgehalten werden? Nicht wenige werden sich fragen, ob sie wirklich nach Pyeongchang, weniger als 100 Kilometer entfernt von der dichtesten Grenze der Welt, fahren sollten. Die Entscheidung darüber muss jede und jeder für sich fällen.

          Peter Sturm
          (pes.), Politik

          Etwas anders verhält es sich mit der politischen Bewertung. Romantiker sowie der eine oder andere IOC-Funktionär werden die vermeintlich völkerverbindende und Frieden stiftende olympische Idee als Argument dafür anführen, dass man auf keinen Fall die Spiele in Korea absagen dürfe. Dabei gibt es viel rationalere Argumente für die Austragung der Spiele zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort.

          Neben vielen anderen Zielen betreibt der nordkoreanische Staatsführer Kim Jong-un seit langer Zeit die systematische Herabsetzung Südkoreas und seiner Regierung. Dialogangebote des neuen Präsidenten werden mit Nichtachtung gestraft. Pläne für eine friedliche Wiedervereinigung beider Koreas gelten dem Norden gar als „Aggression“. Der Bevölkerung Südkoreas versucht sich Kim Jong-un als eigentlicher Bewahrer der nationalen Würde zu präsentieren. Das tut er mit einer sehr an „Blut und Boden“ erinnernden Rhetorik. Die Politiker Südkoreas dagegen hätten ihr Land und das Volk an die Amerikaner „verkauft“. Da Nordkorea wirtschaftlich vom Süden längst uneinholbar abgehängt worden ist, sieht es keine andere Möglichkeit, sich irgendwie positiv in Erinnerung zu rufen.

          Ganz erfolglos ist diese Art der Propaganda nicht. Das Bündnis mit den Vereinigten Staaten wird zwar von der Mehrheit der Südkoreaner befürwortet; dies aber wegen der sehr realen militärischen Bedrohungen aus dem Norden vorwiegend aus ganz praktischen Erwägungen heraus.

          Drittes Großereignis in Südkorea

          Die Olympischen Winterspiele 2018 sind nach den Sommerspielen 1988 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 schon das dritte sportliche Großereignis, das in Südkorea stattfindet. Nordkorea dagegen war – aus naheliegenden Gründen – noch nie Gastgeberland für eine wirklich wichtige internationale Meisterschaft. Wenn es Kim Jong-un gelänge, durch gezieltes Schüren der Spannungen die Austragung der Winterspiele in Pyeongchang zu behindern oder gar völlig zu unterbinden, wäre dies ein Riesentriumph für ihn. Die Verurteilungen, die er dafür aus aller Welt kassieren würde, wären ihm gleichgültig – ja, er würde sie sogar als Ritterschlag ansehen, zeigte dies in seiner sehr eigenen Gedankenwelt doch nur, wie bedeutend er wäre.

          Diesen Triumph sollte man dem jungen Mann, dem ein wenig sportliche Betätigung vielleicht auch ganz guttäte, nicht gönnen. Die berühmte Jugend der Welt sollte also nach Südkorea fahren.

          Eine Absage der Olympischen Spiele? Diesen Triumph sollte man Kim Jong-un nicht gönnen.

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