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Hartung bei F.A.Z.-Kongress : „Wunden bei den Sportlern“

Athletensprecher Max Hartung: „Wir ziehen die Zuschauer an bei diesem Fest, also sollten wir auch beteiligt werden.“ Bild: dpa

Athletensprecher Hartung zeigt sich enttäuscht vom Umgang des IOC mit dem russischen Doping-Skandal. Der Säbelfechter erneuert seine Forderung nach Beteiligung der Sportler an den Olympia-Einnahmen.

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          Der Athletensprecher Max Hartung hält die Folgen des russischen Doping-Skandals nicht für überwunden: „Was in Rio passiert ist, hinterlässt Wunden bei den Sportlern“, sagte der Gründungspräsident des Vereins Athleten Deutschland e.V. auf dem F.A.Z-Kongress „Zwischen den Zeilen“ am Donnerstag in Frankfurt. Der Weltklasse-Fechter bezog sich dabei auch auf die jüngsten Enthüllungen als Folge des Skandals. Demnach sind die vom Moskauer Anti-Doping-Labor an die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) geschickten Datensätze zu russischen Athleten manipuliert worden. Sie weichen teilweise von den Kopien ab, die der Wada bereits vorlagen.

          Säbel-Europameister Hartung kritisierte im Rückblick den Umgang des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit der Affäre kurz vor den Sommerspielen 2016 in Rio. „Vom Ablauf bei den Olympischen Spielen war ich sehr enttäuscht. Auch vom Präsidenten bin ich enttäuscht“, sagte Hartung über IOC-Präsident Thomas Bach, 1976 Olympiasieger im Fechten mit der deutschen Mannschaft. Das IOC hatte es nach Bekanntwerden des Staatsdopings in Russland den Internationalen Fachverbänden weitgehend überlassen, russische Sportler für die Spiele zu nominieren.

          Hartung sprach von einer Interessenkollision, wenn es internationalen Verbänden überlassen werde, Sanktionen gegen „ihre“ Sportler auszusprechen. Dabei erinnerte er an den Fall des Radprofis Lance Armstrong, dessen systematisches Doping erst von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur offengelegt worden war. „Die Weltverbände haben keine Kompetenz und nicht die nötige Unabhängigkeit, in solchen Fällen zu entscheiden.“

          Hartung verstärkte seine Forderung an das IOC, einen Teil seiner Einnahmen in Milliardenhöhe an die Athleten auszuschütten. Für die gegenwärtige Olympiade mit den Sommerspielen 2020 in Tokio rechneten die Veranstalter mit 5,5 Milliarden Euro Einnahmen, von denen laut IOC 90 Prozent an die Weltverbände ausgeschüttet werden. „Ob das Geld über die nationalen Verbände wirklich in den Sport zurückgeführt wird, ist nicht nachzuvollziehen“, sagte Hartung. „Die Geldverteilung gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen. Wir ziehen die Zuschauer an bei diesem Fest, also sollten wir auch beteiligt werden.“ Trotz seiner Doppelbelastung rechnet der 29 Jahre alte Aachener mit seiner Qualifikation für die Spiele in Tokio.

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