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Missstände im Sport : „Es gibt ein Riesendefizit“

Alleingelassen mit Problemen? Eine In­itiative für Sportler will das verhindern. Bild: Imago

Raus aus der Unzuständigkeitsfalle: Der Verein Athleten Deutschland fordert eine unabhängige Integritätsaufsicht für den Sport. Johannes Herber und Maximilian Klein stellen sie im Interview vor.

          5 Min.

          Das Zentrum für Safe Sport ist noch nicht gegründet, jetzt fordert Athleten Deutschland mehr: die Gründung einer Nationalen Integritätsagentur, die sich um die Integrität des Sports, seiner Organisationen und Personen kümmert. War der erste Schritt nicht groß genug?

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Herber: Im Grunde betten wir nur unsere bisherigen Überlegungen in die breitere Integritätsdebatte ein. Wir haben in diesem Jahr von so vielen Fällen erfahren, die wir in unserem Papier anonymisiert beschreiben. Die haben uns persönlich frustriert, die haben die Betroffenen frustriert, die haben zum Teil auch die Verbände frustriert. Wir haben gespürt: Es gibt ein Riesendefizit im Umgang mit Missständen und Fehlverhalten. Es gibt keine geeignete Ermittlungsinstanz, die sich diesen Fällen professionell und kompetent widmen kann, sodass am Ende alle Seiten ein Ergebnis akzeptieren. Meldungen versandeten, Fälle blieben ungelöst, niemand lernt daraus. Die Gründung des Zentrums für Safe Sport bleibt unser Wunsch und auch Priorität. Wir haben jedoch auch verstanden, dass die strukturellen Defizite in Sachen Safe Sport jenen in anderen Bereichen sehr ähneln: wenn es um die Unterminierung von Athletenrechten geht, um Menschenrechtsfragen wie Diskriminierung, um den Schutz von Personen. Das Thema Integrität des Sports muss langfristig ganzheitlich und vernetzt angegangen werden.

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