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Arbeiter-Rechte für WM : Qatar geht in die Offensive

Kündigt Reformen an: Scheich Said al-Shawi, Arbeitsminister von Qatar Bild: AFP

In Qatar werden Reformen des Arbeitsrechts angekündigt. Das in der Kritik stehende Kafala-System soll zurückgenommen und durch eine neue Ausreiseregelung ersetzt werden.

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          Im Hinblick auf die umstrittene Fußball-Weltmeisterschaft 2022 geht Qatar in die Offensive. Am Mittwoch wurden in Doha bei einer gemeinsamen Veranstaltung des qatarischen Innenministeriums und des Arbeitsministeriums Reformen des Arbeitsrechts angekündigt. So soll das von Menschenrechtsorganisationen in der Kritik stehende Kafala-System zurückgenommen und durch eine neue Ausreiseregelung ersetzt werden.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Demnach brauchen Gastarbeiter nur 72 Stunden vor ihrer Abreise eine Meldung in einem elektronischen System abgeben, um das Land verlassen zu können. Allerdings kann wohl weiterhin Einspruch von qatarischer Seite eingelegt werden. Bisher sind die Arbeitsmigranten ganz vom Wohlwollen ihres Arbeitgebers abhängig, der dem Ausreisevisum zustimmen muss. Dies wird oft als Druckmittel eingesetzt und führt zur Ausbeutung der Arbeitsmigranten meist aus armen Entwicklungsländern.

          Weiterhin kündigte Qatar an, dass die Arbeiter zukünftig nach Beendigung ihres Vertrages die Stelle im Land wechseln können, ohne das Land verlassen zu müssen. Zudem wurde die Strafe für das Abnehmen des Passes bei der Einreise der Gastarbeiter auf 14.000 Dollar erhöht.

          Ein von den Qatarern in Auftrag gegebener Bericht der internationalen Anwaltskanzlei DLA Piper, in dem die menschenunwürdigen Bedingungen auf den Baustellen angeprangert werden, hatte das Emirat weiter unter Druck gesetzt. Die neuen Maßnahmen müssen auch erst geltendes Recht werden. So muss mit der Beurteilung der Reformen abgewartet werden.

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