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Anti-Doping-Gesetz : Tischtennis-Bund stellt sich gegen DOSB-Präsidium

Diskussion um Anti-Doping-Gesetz: „Öffentliche Wahrnehmung krankt“ Bild: dpa

Der deutsche Sport ist offenbar uneins, was ein künftiges Anti-Doping-Gesetz beinhalten soll. Das DOSB-Präsidium scheint mit der bestehenden Gesetzeslage nach wie vor zufrieden, der Deutsche Tischtennis-Bund nicht.

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          In der Diskussion um ein Anti-Doping-Gesetz stellt sich der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) gegen das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Am Mittwoch wandte sich der Tischtennisverband mit einem Antrag an die Mitgliederversammlung des DOSB, bei ihrer Sitzung am 7. Dezember eine Resolution gegenüber dem Bundestag zu verabschieden, in der sich „der gesamte deutsche Sport“ für ein Anti-Doping-Gesetz aussprechen soll – und zwar nach Maßgabe des Gesetzentwurfs des baden-württembergischen Justizministers Rainer Stickelberger (SPD).

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Wenig später machte das DOSB-Präsidium seine Überlegungen zu einem Anti-Doping-Gesetz öffentlich, wonach die geltenden Anti-Doping-Bestimmungen, die vor allem im Arzneimittelgesetz geregelt sind, mit kleineren Retuschen als Anti-Doping-Gesetz zusammengefasst werden sollen.

          Stickelbergers Entwurf, dem sich auch die Justizministerkonferenz im Juni angeschlossen hatte, werfen Kritiker wie Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), vor, dass er die Doping-Bekämpfung nicht erleichtere, erhebliche Abgrenzungsschwierigkeiten mit sich bringe und sich auf den in der Praxis selten überführten Wettkampfdoper beziehe.

          Er ist allerdings weitgehender als die Vorschläge des DOSB-Präsidiums. In dessen Vorlage für die Mitgliederversammlung in vier Wochen heißt es: Die geltenden Vorschriften seien zwar weitgehend ausreichend, „krankten aber im Hinblick auf ihre öffentliche Wahrnehmung allerdings daran, dass sie im Arzneimittelgesetz versteckt“ seien.

          DTTB-Präsident Thomas Weikert klingt hingegen in der Mitteilung seines Verbandes forscher: „Unserer Auffassung nach hat sich in weiten Teilen der Öffentlichkeit und der Politik die Meinung verbreitet, der organisierte Sport führe den Kampf gegen Doping nicht konsequent genug und nutze dabei nicht ausreichend die Hilfe staatlicher Institutionen“, sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert. „Der Sport in seiner Gesamtheit muss aber klar machen, dass er beim Kampf gegen Doping-Kriminalität sinnvolle Unterstützung des Gesetzgebers befürwortet und benötigt.“

          Am Mittwochabend haben auch die Unterhändler der in Berlin über eine Regierungskoalition verhandelnden Fraktionen von CDU/CSU und SPD die mögliche Neuregelung und Verschärfung von Anti-Doping-Bestimmungen besprochen.

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