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Alteisen macht weiter : Die Waffen des Mannes

Jahrzehnte an der Macht: Tamas Ajan Bild: dpa

Warum sich durch Transparenz und weibliche Führung aus dem Konzept bringen lassen, wenn man einen Sport seit Jahrzehnten mit Schwung und Steroiden an die Wand fahren kann? Die Gewichtheber machen es vor.

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          Apropos Alteisen, apropos Faszination Mann: Unter den internationalen Verbänden, deren Sportlerinnen und Sportler im Sommer in Tokio antreten, sofern weder Corona noch Yoshiro Mori es verhindern, sind ganze zwei (für Triathlon und Golf), die von Präsidentinnen geführt werden.

          Vor kurzem waren es drei, aber dann setzte sich im Internationalen Gewichtheberverband die Fraktion durch, die den Sport seit Jahrzehnten mit Schwung und Steroiden an die Wand fährt und sich nicht durch neumodische Erscheinungen wie Transparenz und weibliche Führung aus dem Konzept bringen lassen wollte.

          Die Amerikanerin Ursula Papandrea, die Licht ins kriminelle Treiben brachte, wurde von der alten Garde im Oktober abgesetzt. Vergangene Woche kam mal wieder eine Rüge vom Internationalen Olympischen Komitee, das sich wundert, wieso die Anti-Doping-Regeln gelockert wurden.

          Im März soll eine neue – oder auch alte – Führung gewählt werden. Nun wird gestritten, wann denn die Kandidatenliste veröffentlicht werden soll. Letztes Mal, 2017, kam sie fünf Tage nach der Abstimmung. War wurscht, Tamás Aján war nach 42 Jahren in führender Position selbstverständlich der Mann für die Zukunft. Nach der Offenlegung seines Korruptionsnetzwerks war für Aján 2020 Schluss. Sein Schwiegersohn möchte jetzt Generalsekretär des Verbands werden. Klarer Fall: Mann kann es nicht lassen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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