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Korruptionsverdacht : Afrikanischer Fußballchef Ahmad in Gewahrsam

  • Aktualisiert am

Caf-Präsident Ahmad Ahmad: Vorwurf der Korruption. Bild: AFP

Dem afrikanischen Fußballchef Ahmad Ahmad werden zahlreiche Fälle korrupten Verhaltens sowie sexuelle Übergriffigkeit vorgeworfen. Die Fifa bestätigt das Verhör, bezieht aber nicht Stellung.

          Ahmad Ahmad, der Präsident des afrikanischen Fußball-Verbandes (Caf) ist am Donnerstagmorgen von Beamten der für den Kampf gegen Korruption zuständigen französischen Polizeibehörde in Gewahrsam genommen und verhört worden. Ahmad, 59 Jahre alter früherer Minister und Senator aus Madagaskar, führt den afrikanischen Kontinentalverband seit 2017 und ist zugleich Vizepräsident des Internationalen Fußballverbandes (Fifa). Dessen Präsident Gianni Infantino hatte sich damals über Ahmads Wahlsieg gegen den langjährigen Caf-Präsidenten Issa Hayatou aus Kamerun erfreut gezeigt.

          Ende März hatte der frühere Caf-Generalsekretär Amr Fahmy Ahmad zahlreiche Fälle korrupten Verhaltens sowie sexuelle Übergriffigkeit gegenüber weiblichen Angestellten vorgeworfen. Unter anderem habe Ahmad ihn angewiesen, mehrere Präsidenten afrikanischer Landesverbände mit Zahlungen von je 20.000 Dollar zu bestechen. Zudem habe Ahmad über eine französische Firma Ausrüstung bestellen und 740.000 Euro zu viel zahlen lassen. Dieses Geschäft war nach Darstellung von „Jeune Afrique“ Gegenstand des Verhörs. Fahmy war als Generalsekretär von der Caf im April entlassen worden, nachdem dieser seine Vorwürfe der Fifa-Ethikkommission übergeben und die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte. Ahmad hatte die Geschäfte als „transparent“ bezeichnet.

          In Paris hatte Ahmad vor Infantinos Wiederwahl am Mittwoch betont, dass die Caf „die erste Konföderation war, die Infantino bei seiner Wiederwahl unterstützte“. Infantino hatte einen Tag vor Ahmads Verhör unter anderem über die Lage in der Fifa gesagt: „Niemand spricht mehr von Skandalen, niemand spricht mehr von Korruption.“ Die Fifa bestätigte das Verhör Ahmads in einer Mitteilung – es sei in dessen Funktion als Caf-Präsident erfolgt. Man kenne keine Details und könne daher „nicht spezifisch Stellung nehmen“. Weiter hieß es unter anderem: „Die Fifa ist nun von den Skandalen gereinigt, die ihren Ruf geschädigt haben. Dieselbe Entschlossenheit sollte in Verbänden vorherrschen.“

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