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Sportbusiness : Hauptsponsor zahlt nicht - Handballbund in Finanz-Nöten

  • -Aktualisiert am

Dem Deutschen Handball-Bund (DHB) droht nach dem möglichen Aus des Hauptsponsors Systracom Bank AG wieder einmal ein finanzielles Fiasko.

          Dem Deutschen Handball-Bund (DHB) droht nach dem möglichen Aus des Hauptsponsors Systracom Bank AG wieder einmal ein finanzielles Fiasko. Momentan sind gerade einmal die Vorbereitung und die Durchführung der Europameisterschafts-Qualifikation der Männer gegen Slowakei und die Weltmeisterschafts-Qualifikation der Frauen gegen Schweden gesichert. „Wenn wir bis dahin kein Geld erhalten, müssen wir uns bei zukünftigen Maßnahmen der Nationalmannschaft einschränken", erklärte DHB-Sportdirektor Peter Sichelschmidt.

          Aber ob Systracom, eine Online-Bank aus Berlin, ihre Raten zahlen kann, ist fraglich. Man sei verpflichtet, nur noch Ein- und Auszahlungen zu tätigen, die für den Erhalt der des Bankbetriebs notwendig sind, sagte ein Sprecher der Bank.

          Denn das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hat das Berliner Unternehmen schon vor zwei Wochen für den Kundenverkehr geschlossen, da der Systracom Bank die Zahlungsunfähigkeit und die baldige Aufzehrung ihres Eigenkapitals droht. Schon im Februar wurde eine Investmentbank mit der Suche nach einem Partner oder Käufer beauftragt.

          DHB mit Schulden und ohne Hauptsponsor, der zahlt

          Bisher hat die Bank nur die erste Rate ihrer Sponsorzuwendungen gezahlt, die zweite wäre am 1. April diesen Jahres fällig gewesen. Insgesamt ist der Vertrag mit fast einer Million Mark für zwei Jahre dotiert gewesen. „Wir haben jetzt eine Zahlungsaufforderung geschickt", sagt Sichelschmidt, der sich aber wenig Hoffnungen macht. Denn nachdem die Bank geschlossen wurde, hat der DHB von dem Unternehmen nichts mehr gehört.

          Die Entschuldung des seit Jahren finanziell angeschlagenen Deutschen Handball Bundes wird durch die finanzielle Misere des Sponsors wieder erheblich erschwert. „Bis zum nächsten Bundestag 2002 wollten wird den Verband entschuldet haben, aber ohne das Geld von Systracom ist das nicht möglich. Den DHB sollen in der Vergangenheit Verbindlichkeiten zwischen vier und fünf Millionen Mark belastet haben.

          Schlechte Verhandlungsposition für neue Sponsorgespräche

          Eine schnelle Lösung der DHB-Probleme ist nicht in Sicht. Auch bei einer Übernahme von Systracom durch eine andere Bank wäre es nicht sicher, ob diese die Sponsorverträge übernehmen würde Und die Suche nach einem neuen Förderer dürfte sich sehr schwierig gestalten. Denn die großen Unternehmen legen ihre Etats im Herbst für das kommende Jahr fest, außerdem befindet sich der DHB in seiner Notlage in einer schlechten Verhandlungsposition.

          Partner aus der New Economy unsichere Sponsorpartner

          Die Ehe zwischen Handball-Verband und einem Sponsor der New Economy ist nach kurzer Zeit gescheitert, so wie das den Handballern auch mit anderen Partner seit 1997 unterlaufen ist, seitdem man 1997 freiwillig den Vertrag mit der Brauerei Krombacher auflöste.

          Dabei hatte der neue Sponsor noch im Januar große Pläne mit den Hallensportlern. Vorstandssprecher Klaus-Peter Möritz hatte bei der Präsentations-Pressekonferenz vollmundig erklärt: „Systracom wird Spitzenspiele der Handball-Nationalmannschaft nach Berlin holen." Doch schon im April war diese Herrlichkeit schon vorbei und die Online-Broker reiht sich in die Pleite-Wellen anderer Start-Ups ein.

          So hatte Ende vergangenen Jahres der Basketball-Bundesligist der Männer in Braunschweig seinen Sponsor Metabox verloren. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen hatte dem Verein 13,5 Millionen Mark für die nächsten drei Jahre zugesichert, aber nach dem Börsen-Crash war im Dezember vergangenen Jahres die Geldquelle versiegt. Und die Partnerschaft des BTV Wuppertal mit Gold-Zack konnte den Abonnement.Meister bei den Frauen auch nicht retten. Der Klub steckt im Insolvenzverfahren.

          Die Hoffnung mit den Partnern aus der New Economy zahlungskräftige Investoren für eine goldene sportliche Zukunft zu finden, ist also oft nur von kurzer Dauer.

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