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Sport im Winter : Wann ist es für Fußball zu frostig?

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Schlechter Platz - Gefahr für die Gesundheit Bild: dpa

Wie kalt darf es sein, um Sport zu treiben? Beim Champions League-Spiel des FC Bayern München im bitterkalten Moskau war diese Frage entscheidend.

          Fußball bei Eis und Schnee? Kicken in der Kälte? Auf beinhart gefrorenen Plätzen Zufalls-Partien ausgetragen? An dieser Vorstellung kann sich kein Fußballer in der kalten Jahreszeit erwärmen. Und dennoch kommt es immer wieder vor, dass bei derlei Verhältnissen gekickt wird.

          In der Diskussion um die winterliche Moskau-Reise des FC Bayern München hat Olympia-Arzt Wilfried Kindermann vor den Kälte-Gefahren für die Gesundheit der Fußball- Profis gewarnt. „Bei Minusgraden ist das Verletzungsrisiko besonders hoch“, sagte der Mediziner.

          Die Bedenken des Sportarztes

          „Die müssen ja bescheuert sein. Wie kann man sich so etwas antun“, meinte Münchens Giovane Elber direkt nach der Ankunft im kalten Moskau. Der Brasilianer meinte damit seine bei Spartak spielenden Landsleute Robson und Marcao. Vor dem Champions League-Spiel in Russland ging es für den deutschen Rekordmeister weniger darum dem Gegner sondern der grimmigen Kälte zu trotzen. Der Sportarzt Wilfried Kindermann hat erhebliche Bedenken angemeldet. Denn grundsätzlich gibt es zwei Gefahren: Zu starke Unterkühlung und zu hohe Verletzungsgefahr infolge des betonhart gefrorenen Bodens.

          Gerade in den Amateurligen, die in den seltensten Fällen über ebene Spielflächen verfügen, wird häufig gefordert, die Spiele bei Frost grundsätzlich abzusagen. Was allerdings in den seltensten Fällen passiert und zu vielen Zufallspartien auf holprigen wie harten „Fußball-Pisten“ führt.

          Grenze bei minus 16 Grad

          Für die Profis gibt es eine Grenze: Die hat die Europäische Fußball- Union (UEFA) bei minus 16 Grad festgelegt. Doch Kindermann erklärte: „Ich würde ein Fußball-Spiel bei mehr als zehn Grad Minus nicht anpfeifen. Das ist gerade noch tolerabel.“

          „Die Spieler sollten auf jeden Fall Handschuhe und Strumpfhosen tragen“, rät Kindermann, der auch als Internist bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft tätig ist. Eigentlich würde er den Bayern- Profis für den Auftritt im Luschniki-Stadion sogar Mützen empfehlen, „aber das würde beim Fußball spielen wohl eher stören“, so Kindermann. Rein medizinisch gesehen sei die Länge der Haare egal: „Ob Glatze oder Langhaarfrisur, für den Kopf ist es gleich kalt“, sagte der Arzt. Kein Problem also für kahlköpfige Akteure wie Carsten Jancker.

          Gefahr hartgefrorener Boden

          Erfrierungen seien überhaupt kein Thema, aber womöglich der hart gefrorene Stadionboden. „Verletzungen sind da Tür und Tor geöffnet. Besonders, wenn sich die Spieler über 90 Minuten nicht richtig warm halten können“, so Kindermann.

          Nur wenn Hochleistungssportler an Erkrankungen der Luftwege leiden, könne bei Kälte eine Art Anstrengungsasthma auftreten. Aber Kindermann beruhigte: „Bei den Bayern wüsste ich keinen Spieler, der gefährdet ist. Auch die Südamerikaner sind bestens adaptiert.“ Was aber nicht heißt, dass sie bei derlei Verhältnissen auch voll motiviert sind.

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