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Sport im Fernsehen : Das DSF wird zum Objekt der Begierde

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Die Bundesliga prüft den Erwerb von Anteilen am defizitären Deutschen SportFernsehen und auch Günther Netzer mischt mit im Kampf um Kirchs „Konkursmasse“.

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          Kurzfristige Erlöse oder langfristige strategische Planung? Die Bundesliga steht vor wichtigen Entscheidungen. Sollen sich die 36 Profiklubs sich mit 25,1 Prozent am defizitären Spartensender DSF beteiligen oder nicht?

          Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der Bayern München AG hat sich erneut für eine Beteiligung ausgesprochen: „Die Idee hat einen gewissen Charme. Das ist ein interessantes und nachdenkenswertes Angebot, und für die DFL sicherlich lukrativ.“ Karl-Heinz Wildmoser senior, Präsident des TSV 1860 München erklärte dagegen: „Die Liga soll dabei bleiben, was sie kann, und das ist Fußball spielen. Fernsehen zu machen, soll man Experten überlassen.“

          Schritt mit Risiko

          Der Hintergrund: Als trotz der Kirch-Pleite die Bundesligarechte zu der um 17 Prozent reduzierten Summe von 290 Millionen Euro pro Saison bei KirchMedia verblieben, bot das Insolvenzunternehmen der Liga an, ein Viertel am DSF zu erwerben und auch Anteile am Internetanbieter Sport1 zu übernehmen. Nimmt die Liga diese Option bis Oktober nicht wahr, erhält sie in den nächsten vier Jahren jährlich fünf Millionen Euro mehr für die Bundesligarechte. Das sind rund 150.000 Euro pro Verein.

          Viele finanziell angeschlagene Zweit- und Erstligisten würden das Geld liebend gerne nehmen - die Kapitalgesellschaften der großen Klubs, die auf solche Summen nicht angewiesen sind, denken strategischer. Schon mahnt der Vizepräsident der Liga, der Mainzer Harald Strutz, der die Interessen der 2. Liga vertritt: „Wenn wir diesen Schritt wagen, muss es eine Staffelung geben. Dann müssen die großen Vereine ein größeres Risiko tragen als die kleinen. Das ist ganz klar.“

          Bücher werden geprüft

          Rummenigge sieht für eine Beteiligung eine Mehrheit in der Liga. „Wenn keine wirtschaftlichen Probleme zu Tage treten, dann ist sich die Liga weitgehend einig. Das DSF ist in der deutschen Senderkette etabliert und speziell für die Zweite Liga der Abspielkanal. Wenn man das für einen Kaufpreis von 1 Euro einkaufen kann, ist das lukrativ.“

          Fragt sich nur, wie groß das Risiko ist. Heribert Bruchhagen, Geschäftsführer der Liga: „Wir lassen gerade die Bücher des DSF prüfen, um uns einen Überblick über die wahre Situation zu verschaffen.“ Denn die Kosten, Erlös- und Schuldenzahlen des DSF waren immer auch Manövriermasse innerhalb des Kirch-Konzerns.

          Unabhängig davon propagiert auch Wolfgang Holzhäuser, Finanzdirektor von Bayer Leverkusen, einen Einstieg: „Wir könnten Einfluss gewinnen, könnten aber von bestehender Technik und vorhandenem Knowhow profitieren, ohne einen eigenen Sender aufbauen und finanzieren zu müssen. Das muss ernsthaft und seriös bedacht und überlegt werden.“

          Netzer kommentiert „eigene“ Spiele

          Unklar ist allerdings noch, wer die restlichen 75 Prozent des DSF erwerben wird. Laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung von Donnerstag gibt es mehrere Bewerber.

          Möglich wäre der französische Sender TF1, dem auch Eurosport gehört. Eurosport bekäme damit in einem Kernmarkt Sendefrequenzen und die Möglichkeit eines deutschen Fensters. Diese Version wäre Bestandteil einer größeren Übernahme der Kirch Media AG durch ein Konsortium von TF1 mit dem US-Medienunternehmer Haim Saban.

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