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Sport-Diktator Putin : Voll daneben

  • -Aktualisiert am

Da geht´s lang: Putin weist IOC-Präsident Rogge den Weg Bild: REUTERS

Vom olympischen Frieden hat Wladimir Putin wohl nicht gehört. Nun verglich der Supermann im Sportsdress die Gasfackel für die olympische Flamme mit einer Kalaschnikow. Fehlt nur noch, die AK 47 als Sportgerät zu verkaufen.

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          Schon mal etwas vom olympischen Frieden gehört, russischer Sport-Diktator und Olympia-Großeinkäufer Wladimir Putin? Offensichtlich nicht. Der Staatspräsident, der sich so gerne als Supermann im Sportdress präsentiert, beim Judo, auf Ski, auf dem Pferd oder mit dem Eishockeyschläger, hat jetzt bei einer Begegnung mit hohen Sportfunktionären in seiner Heimatstadt St. Petersburg deutlich gemacht, dass er vom Niederlegen der Waffen nicht viel hält. Als man ihm ein Modell der Gasfackel vorführte, mit der nächstes Jahr die olympische Flamme zu den Winterspielen an seinen Sommersitz Sotschi getragen wird, fiel ihm nichts Besseres ein, als sie mit einer Kalaschnikow zu vergleichen.

          „Egal, was man in Russland versucht und macht“, scherzte Putin, „es kommt immer eine Kalaschnikow heraus.“ Wenn man redet auch, Herr Präsident, könnte man ihm nach diesem Abschuss zurufen. Fehlt nur noch, dass er versucht, die AK 47 als neues Sportgerät in die olympischen Wettbewerbe zu drücken. Hat sich doch prima bewährt, der wüste Schießprügel. Und es gibt weltweit Abermillionen davon, es wäre also eine lupenreine demokratische Programmreform. Uns ist natürlich klar, dass Putins Vergleich nur ein Witz sein sollte. Aber über solch eine Verbal-MP soll er mal selbst lachen.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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