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Sparmodell : Boris Becker zieht in die Schweiz

  • Aktualisiert am

Abschied aus München: Boris Becker Bild: ddp

„Eine vernünftige Steuerbelastung“ nannte der Manager von Boris Becker als Grund für den Wechsel von Wohn- und Geschäftssitz des früheren Tennisspielers von München nach Zug in die Schweiz.

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          Der frühere Tennisstar Boris Becker zieht von München in die Schweizer Steueroase Zug um. Neben dem Wohnsitz verlege der dreifache Wimbledonsieger auch seinen Geschäftssitz in die Schweizer Gemeinde, teilte Beckers Sprecher Robert Lübenoff in München mit.

          „Ich freue mich auf mein Leben in der Schweiz“, sagte der 35jährige Becker den Angaben zufolge. „Natürlich aber werde ich weiter Deutschland die Treue halten.“ Hintergrund des Umzuges ist die Gründung einer gemeinsamen Firma mit Beckers Geschäftspartner Hans- Dieter Cleven. Auch steuerliche Gründe dürften eine Rolle spielen. Für die Schweiz spreche „eine vergleichsweise vernünftige Steuerbelastung“, erklärte Cleven, der dort seit 27 Jahren geschäftlich tätig ist.

          Besonders niedrige Steuern in Zug

          „Es ist doch kein Zufall, daß auch deutsche Sportstars wie Michael Schumacher und Jan Ullrich die Schweiz als Wohnort gewählt haben.“ Neben hoher Lebensqualität sprächen für das kleine Alpenland auch die zentrale Lage und ein gesundes Währungssystem. „Die Schweiz ist für eine international tätige Persönlichkeit wie Boris der ideale Geschäfts- und Wohnsitzstandort“, betonte Cleven.

          Die Schweizer Kantone haben unterschiedliche Steuergesetze. Der Kanton Zug mit der gleichnamigen Hauptstadt ist bei umzugsbereiten Reichen aus dem Ausland wegen besonders niedriger Steuern am beliebtesten.

          Neue Gesellschaft: „Boris Becker & Co.“

          „Freunde haben mir die Vorzüge dieses Landes in höchsten Tönen gepriesen“, erklärte Multimillionär Becker. Nach der Scheidung von Ehefrau Barbara hatte der gebürtige Leimener vor gut einem Jahr seine einst für umgerechnet rund vier Millionen Euro erworbene Villa in München verkauft. Seitdem wohnte er in einer Suite in einem Münchner Luxushotel.

          In Zug will der 35jährige erst einmal eine Wohnung beziehen und sich dann in aller Ruhe nach einem angemessenen Domizil umsehen, hieß es. Becker und die Firma BCI Holding GmbH seines Partners Cleven haben sich mit Wirkung vom Dienstag an zur Kommanditgesellschaft „Boris Becker & Co“ zusammengeschlossen. Sitz des Unternehmens sei in Zug, teilte Lübenoff mit. Geschäftszweck der Firma seien Erwerb, Handel, Verwaltung und Vermarktung von Beteiligungen und Rechten aller Art. Es gehe auch um die weltweite Vermarktung von Becker zustehenden Rechten und den Rechten anderer Sportler und Künstler.

          Wohnsitz in Monaco brachte vor allem Ärger

          „Was mit der BCI im Schweizer Hurden sehr verheißungsvoll begonnen hat, werden Dieter und ich nun mit der neuen Firma in Zug erweitern und ausbauen“, erklärte Becker. „Vor zwei Jahren haben wir mit der BCI in der Schweiz dieses Geschäft gestartet, nun wird mit meiner Beteiligung und meinem Umzug der letzte Schritt vollzogen.“ Zu Beckers Geschäftsimperium gehören auch drei Autohäuser in Mecklenburg-Vorpommern.

          Becker war in jungen Jahren mit dem deutschen Fiskus schwer in Konflikt geraten: Er verschwieg den Finanzbehörden, dass er von 1991 bis 1993 neben seinem Wohnsitz in Monaco auch eine Wohnung in München hatte. Damit war er voll steuerpflichtig. Wegen Steuerhinterziehung in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro verurteilte ihn das Landgericht München I im Oktober 2002 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Außerdem wurden gegen ihn eine Geldstrafe und eine Bewährungsauflage von zusammen 500.000 Euro verhängt. Strafmildernd wurde berücksichtigt, daß Becker vor Prozessbeginn rund 3,1 Millionen Euro an das Finanzamt überwiesen hatte.

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