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Trennung von Trainer Hierro : Das schnelle Ende der spanischen Rochade

  • Aktualisiert am

Ende einer Aushilfsmission: Spanien Übergangstrainer Fernando Hierro Bild: dpa

Spaniens Trainer Hierro muss nach seinem verpatzten Aushilfs-Job bei der WM erwartungsgemäß gehen. Im Gespräch für die Nachfolge ist auch ein Kollege, der 2018 noch Weltmeister werden kann.

          Eine Woche nach dem Achtelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft hat sich der spanische Fußball-Verband von Kurzzeit-Trainer Fernando Hierro getrennt. Der 50-Jährige habe das Angebot ausgeschlagen, wieder auf seinen Posten als Sportdirektor zurückzukehren, teilte der RFEF am Sonntag mit. Hierro und der Verband hätten ihre Zusammenarbeit beendet. Damit endete beim Weltmeister von 2010 ein unrühmliches Kapitel, das möglicherweise ein besseres Abschneiden in Russland verhindert hatte.

          Nach „so vielen gemeinsamen Kilometern“ gehe man getrennte Wege, hieß es in der Erklärung. Hierro suche neue „Horizonte und Ziele“. Man danke ihm und wünsche ihm viel Erfolg. Angaben zum neuen Nationalcoach machte der Verband nicht.

          Favoriten für den vakanten Posten sind die drei ehemaligen Nationalspieler Quique (zuletzt Espanyol Barcelona), Michel (zuletzt FC Málaga) und Luis Enrique, der 2017 beim FC Barcelona nach drei Jahren und neun Titeln gegangen war. Letzterer gilt allerdings als möglicherweise zu teuer für den Verband. Zudem ist Belgiens WM-Coach Roberto Martínez, ein gebürtiger Spanier, im Gespräch.

          Hierro hatte als Spieler von Real Madrid 89 Länderspiele bestritten und war beim WM-Triumph 2010 in Südafrika Sportdirektor. Dieses Amt tauschte er in Russland beim Wechseltheater um Julen Lopetegui kurzfristig gegen den Trainerposten ein. Mit der Absetzung des künftigen Chefcoachs von Real Madrid als Nationaltrainer nur zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel hatte der neue Verbandsboss Luis Rubiales überrascht. Er fühlte sich bei dem Vertragsabschluss zwischen Lopetegui und Real übergangen.

          Unter Hierro, der nur über wenig Erfahrung als Fußballlehrer verfügte, hatte Spanien zunehmend geschwächelt. Die Medien forderten ihn öffentlich auf, „endlich wie ein Trainer zu handeln“. Mittelfeldspieler Koke klagte nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen Russland, der Mannschaft sei „unser Anführer abhanden gekommen“.

          Kapitän Sergio Ramos und andere Spieler hatten sich gegen die Absetzung Lopeteguis gewehrt. Hierros Vereinbarung mit dem Verband galt nur für das Turnier. Das nächste Länderspiel steht für Spanien am 8. September gegen England an.

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