https://www.faz.net/-gtl-okwy

Skispringen : Nur Martin Schmitt macht Hoffnung

  • Aktualisiert am

Es ging aufwärts in Japan: Martin Schmitt Bild: dpa/dpaweb

Ein aufstrebender Martin Schmitt hat die deutschen Skispringer in Japan vor dem Absturz bewahrt: Mit zwei Top-10-Plazierungen rettete er beim Weltcup in Sapporo die ansonsten enttäuschende DSV-Bilanz.

          2 Min.

          Ein aufstrebender Martin Schmitt hat die deutschen Skispringer im Land der aufgehenden Sonne vor dem Absturz bewahrt. Mit zwei Top-10-Plazierungen rettete der Furtwangener am Wochenende in Sapporo die ansonsten enttäuschende DSV-Bilanz und weckte Hoffnungen auf eine dauerhafte Rückkehr in die Weltspitze.

          Nach dem besten Saisonresultat mit Platz sechs am Samstag belegte Schmitt zum Abschluß der Japan-Tournee Rang neun und zog danach eine zufriedene Bilanz. „Ich freue mich, daß ich mich zweimal unter den besten zehn plazieren konnte. Darauf kann ich aufbauen. So macht es wieder Spaß“, sagte der viermalige Weltmeister.

          „Bei uns ist der Wurm drin“

          Beim Doppelsieg des überragenden Norwegers Roar Ljökelsöy, der sich dank seines vierten Saisonerfolges am Sonntag mit 736 Punkten auf den zweiten Gesamtplatz im Weltcup hinter Janne Ahonen (Finnland/940) vorschob, präsentierten sich die anderen DSV-Adler flügellahm. „Bei uns ist seit der Vierschanzentournee der Wurm drin“, stellte Bundestrainer Wolfgang Steiert ernüchtert fest. Noch deutlicher wurde sein Vorgänger Reinhard Heß. „Aus deutscher Sicht war das nicht zufriedenstellend. Es steckt mehr Potential in der Mannschaft“, kritisierte er.

          Am Samstag hatten sich nur drei DSV-Athleten für das Finale qualifiziert, einen Tag später waren es vier. Zu wenig für die hohen Ansprüche im deutschen Lager. Trotz des schwachen Abschneidens verteidigte Steiert die Reise nach Fernost. „Es war die richtige Entscheidung, mit dem ganzen Team hierher zu kommen. Man hat aber gesehen, daß uns ein Sven Hannawald fehlt“, bekannte der Coach. Der pausierende Hinterzartener absolvierte in der Heimat lediglich Krafttraining. „Wir werden am Dienstag darüber sprechen, wie es weitergeht“, kündigte Steiert an.

          „Wir werden wieder aufholen“

          Vor allem die Aufsteiger Michael Uhrmann und Georg Späth blieben auf der Olympia-Anlage von 1972 hinter den Erwartungen zurück. Nachdem Späth am Samstag gepatzt hatte, verpaßte Uhrmann am Sonntag das Finale. Der Bayer hatte nach seinem 14. Rang auf neue Ski mit einem anderen Schliff gesetzt und dabei die falsche Wahl getroffen. „Er war mit der Anfahrtsgeschwindigkeit nicht zufrieden und hat sich selbst unter Druck gesetzt“, verteidigte Steiert die im Wettkampf ungewöhnliche Experimentierfreudigkeit des Siegers von Zakopane, der mißmutig seine Sachen packte. „Ich bin froh, wenn ich endlich nach Hause komme“, meinte Uhrmann, der im Gesamtklassement als bester Deutscher Rang elf belegt.

          „Es ist klar, daß die Stimmung im Team derzeit nicht so gut ist“, bekannte Schmitt, der als einziger DSV-Springer mit einem guten Gefühl gen Heimat reiste. Dort stehen nach einer knapp zweiwöchigen Pause mit dem Skifliegen in Oberstdorf und dem Weltcup in Willingen zwei Saison-Höhepunkte an. „Jetzt, wo meine Form ansteigend ist, freue ich mich darauf“, sagte der Schwarzwälder. Entsprechend zuversichtlich fiel Schmitts Prognose aus: „Momentan sind die Skandinavier einen Tick besser und beherrschen den Weltcup. Aber auch wir haben großes Potenzial und werden wieder aufholen.“

          Weitere Themen

          Elfmeter-Wahnsinn in Bochum, Aue auf Platz drei

          Zweite Liga : Elfmeter-Wahnsinn in Bochum, Aue auf Platz drei

          Ganze drei Strafstöße gibt es beim Duell zwischen Bochum und Osnabrück, nur einer aber landet auch im Tor. Gegen St. Pauli hat Aue derweil keine Mühe und springt zumindest für den Moment auf einen Spitzenrang.

          Wellenreiten für zwischendurch Video-Seite öffnen

          Lagerhalle in Berlin : Wellenreiten für zwischendurch

          Wellenhöhe wie auch Wasser-Fließgeschwindigkeit lassen sich individuell an die Bedürfnisse des Wellenreiters anpassen. Für Anfänger steht zusätzlich eine Haltestange bereit, bis zu sechs Neulinge können gleichzeitig üben.

          Topmeldungen

          Franziskus wäre in jungen Jahren gerne Missionar in Japan geworden.

          Papstbesuch in Japan : Römisch-katholisch und versteckt christlich

          Franziskus besucht an diesem Samstag Japan – dabei wird es nicht nur um Atomwaffen gehen, sondern auch um die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung der katholischen Kirche im Land und ihre „versteckten Christen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.