https://www.faz.net/-gtl-43a3

Skispringen : Nur Hautamäki fliegt Hannawald davon

  • Aktualisiert am

Guter Abschluss: Sven Hannawald Bild: dpa

Beim Saison-Finale in Planica sichert sich Sven Hannawald durch einen zweiten Platz den Gesamtsieg im Skiflug-Weltcup. Der finnische Sieger Hautamäki springt schon wieder Weltrekord.

          2 Min.

          Weltcup-Sieger Adam Malysz küsste vor Freude den Schnee, Weltrekordler Matti Hautamäki jubelte ausgelassen über seine gigantische Flug-Show, und Sven Hannawald verabschiedete sich nach Platz 2 beim Saison-Finale der Superlative zufrieden in den Urlaub.

          Mit dem dritten Triumph hintereinander im Gesamt-Weltcup schrieb Doppel-Weltmeister Malysz am Wochenende in Planica Skisprung-Geschichte und zerstörte zugleich Hannawalds Traum vom erstmaligen Gewinn der Großen Kristallkugel. Für den Höhepunkt sorgte jedoch Hautamäki, der bei seinem Sieg am Sonntag mit 231 Meter als erster Springer die magische „230er Grenze“ übertraf.

          Hannawalds Saison-Preisgeld: 160.000 Euro

          „Ich bin super zufrieden mit der Saison“, resümierte Hannawald, der nach seiner Verletzung im Sommer mit Platz 2 bei der Vierschanzentournee und im Weltcup kaum für möglich gehaltene Erfolge feierte. „Wir hatten einen schweren Sommer und Saisoneinstieg. Ich bin begeistert, wie er danach gesprungen ist“, lobte Heimtrainer Wolfgang Steiert. Dessen Schützling, der lediglich bei der Weltmeisterschaft nicht überzeugen konnte, sah es ähnlich. „Schön, was ich aus der Saison gemacht habe“, meinte Hannawald, der sechs Mal ganz oben auf dem Siegertreppchen und elf Mal auf dem Podest stand.

          Trotz des missglückten Auftakts mit dem Absturz in Kuusamo und zweimaliger Weltcup-Auszeit in Trondheim und Japan kassierte er mit rund 160.000 Euro das meiste Preisgeld. Allein 25.000 Euro kamen in Planica zusammen, wo der Hinterzartener am Sonntag mit 427,8 Punkten für Sprünge von 214,5 und 217 Meter Rang 2 hinter dem überragenden Hautamäki (450,5/231+224) schaffte. „Was der hier gezeigt hat, war absolut genial“, lobte Hannawald den Finnen, der den Weltrekord innerhalb von vier Tagen gleich drei Mal um insgesamt sechs Meter verbesserte.

          „Das ist von einem anderen Stern“

          „Ich bin total happy. Es war ein riesiges Gefühl, so weit zu springen. Viel weiter geht es wohl nicht mehr. Die Rekorde sind für mich mehr wert als die WM-Medaillen“, erklärte der Team-Weltmeister, der nach seiner Landung begeistert die Fäuste gen Himmel streckte und immer wieder ungläubig den Kopf schüttelte. Auch Bundestrainer Reinhard Heß geriet bei der Flug-Show des Finnen ins Schwärmen: „Dieser Junge fliegt hier, das ist phänomenal. Das ist von einem anderen Stern.“

          Der Allergrößte war aber einmal mehr der kleine Adam Malysz. Als erster Springer schaffte er den Hattrick im Gesamtklassement und emhielt dafür die Glückwünsche der Konkurrenz. „Er hat es verdient. Ich ziehe den Hut vor ihm“, erklärte Hannawald. Und Hautamäki stellte fest: „Das ist eine fantastische Leistung.“ Den Grundstein für den Erfolg mit 1357 Punkten vor Hannawald (1235) hatte Malysz mit seinen drei Siegen in Oslo und Lahti gelegt. Beim Saison-Finale genügten ihm ein 2. Platz am Samstag hinter Hautamäki und Rang 4 am Sonntag. „Ich freue mich riesig über den Erfolg“, sagte das polnische Sport-Idol.

          Während der müde wirkende Hannawald im Urlaub die verdiente Ruhe sucht, wird Heß über seine Zukunft nachdenken. „Ich will nach einer solchen Saison nicht aufhören“, meinte der Bundestrainer, der nach dem WM-Absturz in die Kritik geraten war. „Ich bin aber auch kein Don Quichote“, deutete er an, nicht krampfhaft an seinem Posten festhalten zu wollen. Die Entscheidung fällt Mitte April bei einer Klausur-Tagung mit der Führung des Deutschen Skiverbandes (DSV).

          Weitere Themen

          Schweiz und Dänemark lösen Turnier-Ticket

          EM-Qualifikation : Schweiz und Dänemark lösen Turnier-Ticket

          Mit einem Sieg gegen Gibraltar sichert sich die Schweiz den Sieg in der Gruppe D vor den Dänen. Die Skandinavier qualifizierten sich trotz eines Unentschiedens gegen Irland für die EM. Derweil feiert Italien ein Schützenfest.

          Beierlorzer von Köln nach Mainz

          Bundesliga-Trainerkarussell : Beierlorzer von Köln nach Mainz

          Eben noch in Köln entlassen, nun schon Coach in Mainz – und wieder geht es gegen Hoffenheim: Achim Beierlorzer wird Nachfolger von Sandro Schwarz. Der Franke selbst nennt die Situation „kurios“.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.