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Skispringen in Willingen : Sven Hannawald: Zweiter Sieg vom Winde verweht

  • Aktualisiert am

Liebling der Massen: Sven Hannawald in Willingen Bild: AP

Nach dem Sieg beim ersten Wettbewerb in Willingen und dem Sprung an die Weltcupspitze hatte Hannawald am zweiten Tag wegen schlechter Windverhältnisse keine Chance. Nach nur einem Durchgang gewann der Japaner Kasai.

          2 Min.

          Einen Tag nach seinem sechsten Saisonsieg an gleicher Stätte ist Sven Hannawald am Sonntag beim zweiten Weltcup-Skispringen in Willingen vom Winde verweht worden.

          Der Weltcup-Spitzenreiter aus Hinterzarten kam bei irregulären Bedingungen lediglich auf 108 Meter und den 36. Platz. Das Springen, das auf Grund der widrigen Bedingungen und wechselnder Windverhältnisse nach nur einem Durchgang entschieden wurde, gewann der Japaner Noriaki Kasai mit 147 Metern vor seinem Landsmann Hideharu Miyahira, der bei 144 Metern landete.

          Als Weltcup-Bester zur WM

          Hannawald fährt als Weltcup-Spitzenreiter und Topfavorit zu den Titelkämpfen vom 18. Februar bis 1. März nach Val di Fiemme. Nichstdestotrotz war der Deutsche mit dem zweiten Tag beim Heimspringen in Willingen nicht einverstanden: „Ich will keine Kritik üben. Aber das war wirklich blöd. Der Wind war gar nicht zu berechnen.“

          Im Gesamt-Weltcup führt Hannawald trotz des Absturzes mit 1001 Punkten vor dem Österreicher Andreas Widhölzl (990) und dem Finnen Janne Ahonen (964). „Der Samstag war ein denkwürdiger Tag für mich, weil ich mir zum ersten Mal das Gelbe Trikot überstreifen konnte“, sagte der Schwarzwälder.

          „Ich freue mich, dass ihm dies gelungen ist“, sagte Bundestrainer Reinhard Heß. „Eigentlich war der Gesamt-Weltcup für uns ein sekundäres Thema, aber seit vergangener Woche spielt es eine größere Rolle.“

          „Die größten Sorgen macht Martin Schmitt“

          Dies war für den Thüringer allerdings der einzige Grund zur Freude, denn die anderen DSV-Springer präsentierten sich weit unter Normalform. „Die größten Sorgen macht mir Martin Schmitt. Wir brauchen ihn dringend. Ich hoffe, dass wir ihn bis zur WM noch auf das Gleis bekommen“, erklärte der Bundestrainer.

          Nach Platz 22 am Samstag verpatzte Schmitt seinen Sprung am Sonntag und wurde mit 95 Metern lediglich 45. „Das waren keine normalen Bedingungen, deshalb verunsichert mich dieser Sprung nicht. Ich weiß aber, dass ich noch einiges aufzuholen habe“, meinte der viermalige Weltmeister vom SC Furtwangen.

          Noch ein WM-Ticket vakant

          Kaum besser erging es den anderen deutschen Springern. Georg Späth (Oberstdorf) blieb am Sonntag schon in der Qualifikation hängen, nachdem er 24 Stunden zuvor als 17. noch zweitbester Deutscher gewesen war.

          Im Kampf um das vakante WM-Ticket konnte lediglich Michael Neumayer (Berchtesgaden) als 26. und 17. Pluspunkte sammeln. Oldie Christof Duffner (Schönwald) wurde 31. und 28., Stefan Pieper (Winterberg) verbesserte sich nach Rang 38 beim zweiten Springen auf Platz 19. Michael Uhrmann (Rastbüchl) tauschte den 25. gegen den 49. Platz. Pech hatte Maximilian Mechler (Isny), der wegen eines Infekts abreisen musste.

          Traumweiten und Traumnoten

          Am Samstag hatte Sven Hannawald mit Traumweiten und Traumnoten vor 34.000 Zuschauern das erste Springen auf der Mühlkopfschanze vor den Österreichern Andreas Widhölzl und Florian Liegl gewonnen und so die Weltcup-Führung vom Finnen Janne Ahonen erobert.

          Nach Sätzen auf 142 und 147 Meter - natürlich die Bestweiten in beiden Durchgängen - lag Hannawald am Ende fast 20 Punkte vor Widhölzl (140,5 und 138 Meter). Das lag auch an seinem überaus ästhetischen Sprungstil: Neun Mal zückten die Punktrichter die Bestnote 20,0, dazu kam eine 19,5 für den Deutschen, der spätestens jetzt der große WM-Favorit ist.

          „Das war Lust pur“

          Mit 328,2 Punkten verbesserte Hannawald seine eigene Rekordmarke um 9,1 Zähler. „Ich genieße diesen Tag, der mir in Erinnerung bleiben wird. Ich bin überwältigt, das war Lust pur“, erklärte der Skiflug-Weltmeister.

          „Ich freue mich, dass ihm dies gelungen ist. Eigentlich war der Gesamt-Weltcup für uns ein sekundäres Thema, aber seit vergangener Woche spielt es eine größere Rolle“, sagte Bundestrainer Reinhard Heß.

          Neun Mal die Idealnote 20,0

          Die Grundlage für seinen insgesamt 18. Weltcup-Erfolg, den sechsten in dieser Saison, legte Hannawald mit einem perfekten ersten Sprung, für den er von den Wertungsrichtern erstmals in seiner Karriere fünf Mal die Höchstpunktzahl 20 erhielt. „Das war eine super Bombe. Der Sprung war genial. Ich hatte ein sehr gutes Timing und keinen Wackler drin“, sagte er.

          Im Finale legte der Schwarzwälder noch eins drauf und erhielt für seinen Satz auf 147 Meter weitere vier Mal die Note 20,0. Lediglich der norwegische Wertungsrichter vergab nur eine 19,5 und verhinderte damit eine historische perfekte Benotung.

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