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Skispringen : Höllwarth gewinnt - Hannawald nur 17.

  • Aktualisiert am

„Momentan macht es keinen Spaß”: Sven Hannawald Bild: dpa

Der Österreicher Martin Höllwarth hat am Samstag das Weltcup-Springen in Titisee-Neustadt gewonnen. Bester Deutscher war Michael Uhrmann aus Rastbüchl auf Rang fünf.

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          Skispringer Sven Hannawald ist beim ersten Schwarzwald-Heimspiel in Titisee-Neustadt das erhoffte Comeback in der Weltelite misslungen. Der Team-Olympiasieger landete nur auf dem 17. Platz und verpasste nach zweiwöchiger Wettkampfpause den angestrebten Top-Ten-Rang klar.

          Den Siegerscheck von 20.000 Schweizer Franken sicherte sich der Österreicher Martin Höllwarth vor Weltcup-Spitzenreiter Sigurd Pettersen (Norwegen) und Vorjahres-Sieger Adam Malysz (Polen). Michael Uhrmann aus Rastbüchl war als Fünfter einmal mehr bester deutscher Springer.

          Zweiter Saisonsieg für Höllwarth

          „Momentan macht es keinen Spaß. Bis zur Spitze ist es eben noch ein weiter Weg“, kommentierte Sven Hannawald, der vor Jahresfrist an gleicher Stelle gewonnen hatte. Der Vierschanzentournee-Gewinner weckte durch einen überragenden Probesprung auf 132,5 Meter zunächst Sieghoffnungen, ließ dann aber zwei mäßige Wettkampfsprünge auf 121,5 sowie 125,5 Meter folgen. „Jetzt habe ich wenigstens meine ersten Weltcup-Punkte. Ich muss noch hart arbeiten, damit ich mich wieder freuen kann.“

          Nach seinem zweiten Saisonsieg geht Höllwarth nun auch am Sonntag (13.45 Uhr/live bei RTL) beim zweiten Aufeinandertreffen der Weltelite im Neustädter Schmiedsbachtal als Favorit an den Ablauf. Im Gesamtweltcup führt nach der fünften Saisonkonkurrenz Pettersen mit 350 Punkten vor Höllwarth (324). Hannawald erkämpfte seine ersten 14 Saisonpunkte. Uhrmann (270) ist auch in dieser Wertung Fünfter.

          Klasse nur im Probesprung

          „Nach dem ersten Wettkampfsprung ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Das Training lief nicht so gut, aber da habe ich gezeigt, dass ich es kann“, kommentierte Michael Uhrmann, der auch im fünften Saison-Weltcup unter den besten Sechs landete. „Ich war sehr nervös. Die Leute haben doch den Sieg von mir erwartet.“

          Unter dem Jubel der über 20.000 Fans an der weltgrößten Naturschanze hatte zunächst Hannawald im Probesprung zuletzt verloren geglaubte Klasse nachgewiesen. Wie ein Brett lag er in der Luft, zog den Versuch bis auf 132,5 Meter hinunter, packte mit eisiger Miene seine Latten zusammen und stampfte entschlossen wieder nach oben. Nur Norwegens Shooting-Star Sigurd Pettersen segelte einen halben Meter weiter.

          Hannawald: „Mit Gewalt geht es eben nicht“

          Wenn er seine Sprünge auch im Wettkampf so durchbringt, dann ist Sven ganz vorne dabei“, erklärte Teamgefährte Martin Schmitt umgehend. Schmitt hatte noch am Vormittag im 15 km entfernten Hinterzarten seine Trainingssprünge absolviert und wird „mit großer Wahrscheinlichkeit“ in Wochenfrist in Engelberg nach dreimonatiger Verletzungspause zurückkehren.

          Hannawald erfüllte aber die Erwartungen seines Teamkollegen und der teilweise seit dem frühen Morgen an der Schanze ausharrenden Fans nicht. Dem Super-Probeflug folgte ein verkorkster erster Wertungssprung, der bei 121,5 Metern und dem enttäuschenden 21. Platz endete. Ein langer Fluch und ein kurzer Gruß in Richtung der kreischenden Teenies - Hannawald war trotz einer Verbesserung im Finale um 4,5 Meter tief enttäuscht: „Das war nichts. Ich muss halt derzeit kleine Brötchen backen. Mit Gewalt geht es eben nicht.“

          Von der insgesamt erneut nicht überzeugenden Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV) erreichten außer Uhrmann und Hannawald auch Michael Neumayer aus Berchtesgaden sowie der Rohrhardsberger Alexander Herr das Finale der besten 30 und belegten die Ränge 26 sowie 29.

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