https://www.faz.net/-gtl-3w5i

Skispringen : Hannawalds Comeback geglückt

  • Aktualisiert am

Kämpft um Form und Fluggefühl: Sven Hannawald Bild: dpa

Bei Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt hat der Skispringer nach Formkrise und Auszeit mit einem Sprung von 123 Meter die Qualifikation locker geschafft.

          2 Min.

          Skispringer Sven Hannawald ist für das Weltcup-Heimspiel in Titisee-Neustadt am Wochenende gerüstet. Der Team-Olympiasieger aus Hinterzarten überstand zum Auftakt der dreitägigen Flugshow auf der Hochfirstschanze die Qualifikation für die fünfte Saisonkonkurrenz mit einem Flug auf 123 Meter locker auf dem 15. Rang und tritt am Samstag (13.45 Uhr/live in RTL) mit guten Chancen auf einen Top-Ten-Platz auf der größten Naturschanze der Welt an.

          „Das ist schon mal ein positives Gefühl, die Hürde Qualifikation sicher genommen zu haben. Aber das richtige Gefühl für den Sprung ist noch nicht da. Da passen noch nicht alle Kleinigkeiten“, kommentierte Hannawald und kündigte für den Abend „ein genaues Video-Studium“ an. „Ich brauche jetzt einfach Sprünge, Sprünge und nochmal Sprünge. Ich merke, es wird immer ein wenig besser.“

          Alle DV-Springer qualifiziert

          An eine Wiederholung des Vorjahres-Erfolges, als er an gleicher Stelle siegte und mit 145 Meter den Schanzenrekord markierte, denkt er allerdings überhaupt nicht: „Ich will meine Sprünge verbessern und mir keinen Druck machen.“

          Neben Hannawald überstanden vor 5000 Zuschauern auch alle anderen eingesetzten Springer der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV) die Qualifikation. Georg Späth (Oberstdorf/122 m) und Michael Neumayer (Berchtesgaden/124) sprangen in Hannawalds Region. Stephan Hocke (Oberhof/118,5), Alexander Herr (Rohrhardsberg/118), Stefan Pieper (Winterberg/114) und Jörg Ritzerfeld (Oberhof/110,5) waren nur wenig schwächer.

          Uhrmann gelassen, Malysz mit Bestweite

          Michael Uhrmann (Rastbüchl/120,5) kam diesmal nicht so gut zurecht wie zuletzt, war aber als Dritter des Gesamtweltcups ohnehin für den Wettbewerb gesetzt. „Ich habe meine Ergebnisse schon gebracht. Wenn es mal nicht so läuft, habe ich kein Problem damit“, meinte Uhrmann ganz gelassen: „Ich weiß doch, dass ich ganz vorne mitspringen kann.“

          Die größte Weite bei Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt stand in der Qualifikation Weltcup-Titelverteidiger Adam Malysz (Polen) mit 133 Metern. Im vorangegangenen Training landete Weltcup-Spitzenreiter Sigurd Pettersen (Norwegen) sogar bei 133,5 Metern und verzichtete anschließend auf seinen Quali-Sprung.

          Kuusamo abgehakt

          Nach zweiwöchiger Wettkampfpause zeigte sich Hannawald gut erholt vom Schock des letzten Platzes beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo. „Das ist abhakt. Ich schaue nach vorn und will möglichst schnell wieder in die Spitze zurück“, erklärte der Vierschanzentournee-Gewinner.

          Hannawald musste mit der frühen Startnummer 15 unter 69 im Schwarzwald angetretenen Springern an den Start, weil er in der aktuellen Saison noch keinen Weltcup-Punkt erkämpft hat und deshalb bei den Schwächsten eingeordnet wurde. „Ein ungewohntes Gefühl für mich. Ich habe im Bus zur Schanze mit Leuten gesessen, deren Gesichter ich gar nicht kannte.“

          Heimtraining für Hannawald

          Während die Weltelite vor Wochenfrist zwei Wettkämpfe in Trondheim absolvierte, hatte Hannawald gemeinsam mit Heimtrainer Wolfgang Steiert und seinem noch im Aufbautraining befindlichen Teamkollegen Martin Schmitt Sonderschichten in Lillehammer absolviert. „Dort hat er sein Selbstvertrauen wieder gewonnen“, sagte Steiert.

          Schmitt dagegen fehlte noch und soll in der kommenden Woche in Engelberg/Schweiz (21./22. Dezember) rund drei Monate nach seiner Knieoperation in den Weltcup zurückkehren. In Titisee-Neustadt übte der viermalige Weltmeister am Donnerstag gemeinsam mit Hannawald im freien Training und versucht sich am Wochenende als Co-Kommentator bei der RTL-Liveübertragung.

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Topmeldungen

          Demonstranten in Lausanne, einige Tage bevor sich die Wirtschafts- und Politikelite in Davos trifft. Nicht nur die Klimapolitik steht im Fokus der Protestler – auch der Kapitalismus.

          „Trust-Barometer“ : Deutsche zweifeln am Kapitalismus

          Nur noch jeder achte Deutsche glaubt, dass er von einer wachsenden Wirtschaft profitiert. Viele blicken pessimistisch in die Zukunft. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form mehr schadet als hilft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.