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Skispringen : Hannawald siegt in Zakopane

  • Aktualisiert am

Schanzenrekord bei Nacht: Sven Hannawald Bild: AP

Im vergangenen Jahr pfiff ihn das Publikum aus, am Samstag jubelte es Sven Hannawald zu. Ergebnis: Sieg und Schanzenrekord.

          2 Min.

          Sven Hannawald ist mit einem spektakulären Schanzenrekord zum Sieg in Zakopane geflogen. Dank eines Traumsprungs auf 140 Meter sicherte sich der Team-Olympiasieger seinen 15. Weltcupsieg und startete die Jagd auf seinen ersten Triumph in der Gesamtwertung. Martin Schmitt landete bei seinem Comeback unter Flutlicht direkt hinter dem starken Georg Späth auf Platz 12.

          „So was zu erleben, ist total geil. Von Schanzenrekorden und Siegen kann ich niemals genug bekommen“, erklärte Hannawald und verteilte Handküsse ins Publikum: „Die Atmosphäre war sensationell. Kompliment an die Fans, dass sie diesmal auch mich angefeuert haben.“ Wegen der Anfeindungen im Vorjahr war Hannawald in diesem Jahr von Bodyguards geschützt worden.

          Diesmal feierten die Polen Hannawald

          Schon nach ersten Flug auf unglaubliche 140 Meter, mit denen er die alte Bestmarke des Polen Adam Malysz um 3,5 Meter verbesserte, riss der 28-Jährige überglücklich die Arme zum Himmel. Sogar die mit Plakaten wie „Malysz -140 Meter“ angerückten Zuschauer feierten den ungeliebten Deutschen. Mit der erneuten Bestweite von 134 Metern sowie 286,2 Punkten holte er sich schließlich zum dritten Mal in diesem Winter 29.000 Euro an Siegprämie.

          Dem um 8,5 Meter distanzierten Österreicher Florian Liegl (280,9 Punkte) und dem polnischen Volkshelden Adam Malysz (275,0) blieb unter dem leuchtenden Vollmond nur der Applaus für den deutschen Überflieger. Im Gesamtweltcup hat Hannawald mit 621 Punkten als Vierter nunmehr nur noch 112 Punkte Rückstand auf den auf Rang 20 abgestürzten Spitzenreiter Janne Ahonen (Finnland/733). Schon beim zweiten Springen in Zakopane am Sonntag kann Hannawald weiteren Boden gutmachen.

          Martin Schmitt bleibt optimistisch

          „Springen ist schon besser als Daheimrumsitzen. Aber ich habe noch nicht so das hundertprozentige Feeling“, erklärte Martin Schmitt. Die Weltcup-Rückkehr nach einer Trainingspause im heimischen Schwarzwald verlief mit Flügen auf 124 und 125,5 Meter sowie 250,1 Punkten nur im zweiten Durchgang nach Wunsch: „So schlecht sind die Sprünge gar nicht. Wir behalten bis zur WM die Nerven.“

          Georg Späth (Oberstdorf/254,7 Punkte) überzeugte als Elfter, Stephan Hocke (Oberhof) schaffte bei seinem Comeback mit einem neuen schwarzen Anzug Rang 24. Team-Olympiasieger Michael Uhrmann (Rohrhardsberg) setzte seinen Tiefflug mit Rang 34 fort.

          Atmosphäre wie ausgewechselt

          Doch im Mittelpunkt stand Hannawald. „Letztes Jahr war die Hölle. Ich hoffe, in diesem Jahr bewerfen sie mich nicht mit Steinen“, hatte Hannawald vor dem Springen erklärt. Doch es kam alles ganz anders: Ein Jahr nach dem gnadenlosen Pfeifkonzert gegen Hanni und Panikszenen im Zuschauerraum war das Springen allerdings wesentlich besser organisiert.

          Sicherheitskräfte und 16 Überwachungskameras hielten die über 70.000 Zuschauer im und um das Stadion in Schach. Den Fans sowie Polens extra angereisten Staatspräsidenten Alexander Kwasniewski wurde schon vor dem Springen mit einem Feuerwerk eine grandiose
          Show geboten.

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