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Skispringen : Hannawald schwebt in Zakopane zum Doppelsieg

  • Aktualisiert am

Versöhnt mit den polnischen Fans: Sven Hannawald Bild: AP

„Dieses Wochenende wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Es war genial“, sagte Sven Hannawald nach zwei Weltcupsiegen und der Aussöhnung mit den polnischen Fans.

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          Nach seiner überragenden Flug-Show von Zakopane warf der doppelte Triumphator Sven Hannawald Handküsse ins begeisterte Publikum und genoss das Bad in der tobenden Menge.

          Mit dem zweiten Erfolg innerhalb von 20 Stunden hat der Hinterzartener am Sonntag in der Hohen Tatra wieder zum Höhenflug angesetzt und seine Ambitionen auf den Weltcup-Gesamtsieg eindrucksvoll untermauert. „Dieses Wochenende wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Was hier abgegangen ist war ein Fest, das einen ganz tiefen Eindruck hinterlassen hat. Es war genial“, sagte der begeisterte Hannawald.

          Staatspräsident Kwasniewski: Hannawald ist derzeit zu gut

          Mit 271,2 Punkten nach Sprüngen von 128,5 und 130,5 m distanzierte der 28-Jährige wie am Vortag den Österreicher Florian Liegl (258,8/128,5+125) und den Polen Adam Malysz (253,5/124,5+125,5). Im Weltcup rückte Hannawald als Zweiter mit 721 Punkten bis auf 52 Zähler an Janne Ahonen heran. Der Vierschanzentourneesieger aus Finnland konnte mit den Plätzen 20 und 6 erneut nicht überzeugen.

          Zu den ersten Gratulanten gehörte Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski. „Sven Hannawald ist ein großer Sportler. Adam Malysz muss nicht traurig sein über den verpassten Sieg, denn Hannawald ist derzeit zu gut.“ Gemeinsam mit den über 100.000 Fans feierte Polens erster Mann am Wochenende eine unvergessliche Skisprung-Party. „Hier herrscht eine fantastische Atmosphäre. Es ist wie beim Karneval in Rio“, sagte Kwasniewski.

          Polens Fans mit Hannawald versöhnt

          Auch Hannawald, der im Vorjahr gnadenlos ausgepfiffen worden war, zeigte sich angesichts der fair applaudierenden Fans begeistert. „Es hat sich gezeigt, dass es keine Probleme zwischen Deutschen und Polen gibt“, meinte er. Am Samstag hatte der Skiflug-Weltmeister mit der spektakulären Verbesserung des von Adam Malysz gehaltenen Schanzenrekordes um dreieinhalb Meter auf 140 m den Grundstein für den dritten Saisonsieg gelegt.

          Nach 134 m im zweiten Durchgang ließ sich Hannawald für seinen Erfolg von den 70.000 Zuschauern feiern, die ihn anders als im Vorjahr sehr freundlich empfangen hatten. „Die Stimmung war sensationell. Absolut traumhaft, vor solch einer Kulisse zu springen“, sagte der Hinterzartener.

          Bundestrainer Heß verteidigt Weltcuppause

          Bundestrainer Reinhard Heß schwärmte ebenfalls von der mitreißenden Stimmung, noch mehr allerdings von seinem Vorzeigespringer aus dem Schwarzwald. „Man kann nicht früh genug Erfolgserlebnisse feiern. Das tut ihm gut“, sagte Heß und lobte: „Obwohl Sven beständig gute Sprünge abliefert, ist er sehr korrekturfreudig und versucht, die Hinweise umzusetzen.“

          Der Mannschafts-Olympiasieger wird wie Martin Schmitt (Furtwangen), Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Georg Späth (Oberstdorf) in der kommenden Woche statt zum Weltcup nach Japan ins Trainingslager nach Lillehammer reisen. „Wir müssen den Kopf frei bekommen vom Wettkampfstress“, begründete Heß die Maßnahme. Denn vor allem Hannawalds Gold-Kollegen von Salt Lake City haben im Hinblick auf die in vier Wochen beginnende WM noch viel Arbeit vor sich.

          Schmitt und Uhrmann stecken in der Krise

          Martin Schmitt musste sich nach seiner Weltcup-Pause mit den Rängen 12 und 18 begnügen und stellte fest: „Es ist mir nicht gelungen, die Leistungen aus dem Training im Wettkampf umzusetzen.“ Nach Ansicht von Heß hat der viermalige Weltmeister vom SC Furtwangen noch nicht das physische Niveau, um seine Technik in weite Sprünge umzumünzen. „Es fehlen ein paar Meter“, räumte Schmitt ein, versprach aber: „Wir werden die Zeit bis zur WM nutzen und die Fehler abstellen. Wir wissen, wo wir ansetzen müssen.“

          Noch ärger erwischte es in Zakopane Michael Uhrmann und Stephan Hocke (Oberhof), die das Finale verpassten. Der Bundestrainer stellte sich jedoch demonstrativ vor Uhrmann, dessen Formkurve nach starkem Saisonbeginn kontinuierlich abgefallen ist. „Man muss ihn jetzt mal in Ruhe lassen. Er wird aus der Krise herauskommen“, sagte Heß.

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