https://www.faz.net/-gtl-35x0

Skispringen : Hannawald ruht, Schmitt rätselt

  • Aktualisiert am

Ins Grübeln geraten: Martin Schmitt Bild: AP

Während sich Sven Hannawald in Ruhe auf den Weltcup im polnischen Zakopane vorbereitet, rätselt Martin Schmitt über Material und fehlende Meter.

          2 Min.

          Olympia vor Augen, den Gesamtweltcup im Hinterkopf: Am Tag nach seiner Rückkehr vom Weltcup in Willingen bolzte Sven Hannawald schon wieder Kondition. „Ansonsten ruhe ich mich aus und versuche, viel zu schlafen. Mein Akku ist ziemlich leer, aber in Zakopane will ich die Turbine wieder anwerfen“, sagte der 27-Jährige.

          Im Gesamtweltcup will er den Rückstand von nur noch 175 Punkten auf Adam Malysz am Wochenende weiter verkürzen. Martin Schmitt ließ sich derweil am Montag in München für Olympia einkleiden. Bis zu den in knapp vier Wochen beginnenden Spielen will er das Rätsel um die fehlenden Meter gelöst haben. „Ich muss endlich ergründen, woran das liegt. Ich kann mir momentan keine Fehler erlauben, aber Sven zeigt auch keine perfekten Sprünge und segelt doch bis ganz runter“, meint Schmitt.

          Schmitt testet neue Ski

          Deshalb will er nochmal am „Material gucken, ob wir was finden“. In Willingen flog der 23-Jährige immer noch mit den Weltmeisterlatten von Lahti. Das soll sich bis Salt Lake City möglichst ändern. Schmitt will neue Ski testen, auch an den Strukturen auf dem Belag wird noch gefeilt. Zudem sollen für Olympia neue Sprunganzüge für die deutschen Flieger mit speziell für die Höhenlage von 2000 Meter ertüftelten Eigenschaften helfen.

          „Unser Anspruch ist es, zwei Medaillen zu gewinnen. Die Farbe ist egal. Eine in der Mannschaft, eine im Einzel“, sagt Bundestrainer Reinhard Heß. Deshalb will er sein Olympiateam nach dem Weltcup am Wochenende im polnischen Zakopane zum Training zusammenziehen. An einem geheimen Ort, in einer ähnlichen Höhenlage wie in den USA. Olympia hat trotz der Gesamtweltcup-Chancen von Hannawald klare Priorität.

          Interne Ausscheidung

          „Diese Phase ohne Wettkampfstress ist auch für Sven wichtig, denn er ist an der Grenze. Wir wollen noch einmal in Ruhe arbeiten, etwas am Material tun und die Mannschaft zusammenschweißen“, erklärt Heß den Verzicht auf die Japan-Weltcups.

          Das sechste Olympiaticket wird nach einem internen Ausscheidungsspringen in Zakopane zwischen den Team-Weltmeistern Alexander Herr und Michael Uhrmann vergeben. Stephan Hocke (Oberhof), Georg Späth (Oberstdorf) und Christof Duffner (Schönwald) haben wie Schmitt und Hannawald ihre Fahrkarten sicher.

          Schmitt bleibt Gold-Hoffnung

          Auf dem Weg zum erhofften Olympiagold ist auch Martin Schmitt keinesfalls abgeschrieben. „Immer, wenn er Ruhe vor so einem großen Wettkampf hat und trainieren kann, stand er am Ende ganz oben. Vor der WM im letzten Jahr hatte er auch Probleme und hat dann zweimal Gold gewonnen“, sagt Heimtrainer Wolfgang Steiert.

          Sven Hannawald ist froh, „dass ich jetzt mal meinen Leistungen den Martin vor der Kritik der Öffentlichkeit schützen kann so wie er das in den letzten Jahren oft für mich getan hat“. Natürlich will Hannawald seine traumhafte Form in Olympiagold ummünzen: „Ich sehe mich aber längst noch nicht als Olympiasieger, die Konkurrenz schläft schließlich nicht.“

          Nach zwei Tagen Konditionstraining und einem Auftritt bei RTL (Stern-TV) am Mittwoch reist der 27-Jährige am Donnerstag ebenso wie Schmitt nach Zakopane. Dort will „Hanni“ seine Weltrekord-Erfolgsserie von bisher fünf Siegen in Folge weiter ausbauen. „Ich hoffe, die Malysz-Fans behandeln uns fair“, sagt Hannawald: „Aber wenn die pfeifen, habe ich wenigstens Aufwind.“

          Weitere Themen

          Münchner Skateboarder will zu Olympia Video-Seite öffnen

          Für den Libanon : Münchner Skateboarder will zu Olympia

          Ali Khachab ist Münchner, doch bei den Sommerspielen 2020 in Tokio will er für den Libanon an den Start gehen, die Heimat seiner Vorfahren. Der 28-Jährige ist Skateboarder, und davon gibt es im Libanon nur sehr wenige.

          Topmeldungen

          Angeklagter: Der 93 Jahre alte Bruno D. wird aus dem Gerichtssaal in Hamburg geschoben.

          Prozess um SS-Wachmann : Eine große Umarmung

          Im SS-Prozess in Hamburg sagt ein früherer Häftling des KZ Stutthof aus. Er berichtet von furchtbaren Taten und Erlebnissen. Und er will dem Angeklagten vergeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.