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Skispringen : Hannawald hofft noch - Bundestrainer Heß nicht

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Auf dem Sprung: Sven Hannawald Bild: dpa

Beim Weltcup-Finale der Skispringer in Planica wird Deutschland im Teamfliegen nur Vierter. Sven Hannawald träumt trotzdem noch, anders als sein Trainer, vom Weltcup-Gesamtsieg.

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          Sven Hannawald stand müde im Schanzenauslauf von Planica, während Bundestrainer Reinhard Heß nach dem vierten Platz beim Teamfliegen seinen Optimismus wiederfand.

          Überzeugen konnte im strahlenden Sonnenschein in den Julischen Alpen nur Hannawald, der mit Flügen auf 211,5 und 212,5 Meter das große Duell um den Gesamtweltcup eröffnete. Der 28-Jährige muss bei den beiden letzten Einzel-Wettbewerben am Samstag und Sonntag (jeweils 10 Uhr/live im ZDF) 122 Punkte Rückstand auf den Polen Adam Malysz aufholen.

          „Das wäre schon ein Schub gewesen, wenn wir auf dem Podest gelandet wären. Aber ich quäle mich schon ziemlich zum Saisonende, der Akku ist fast leer. Bald ist Urlaub, da lege ich mich in die Sonne“, sagte der von 30.000 Fans gefeierte Hannawald. „Immerhin hatte ich dieses befriedigende Gefühl, über 200 Meter geflogen zu sein.“

          Da war er allerdings der Einzige im Team der wie schon bei der WM mit Platz vier enttäuschenden Deutschen. Den durchaus möglichen dritten Platz verschenkte der nach seinem „Hüpfer“ auf 125,5 Meter wortlos flüchtende Christof Duffner (Schönwald) - die Österreicher freuten sich.

          An einem schönen Sonnentag mit insgesamt 32 Flügen über die 200-Meter-Marke siegte Weltmeister Finnland mit 25,3 Punkten Vorsprung vor Norwegen (1631,4). Für das Highlight sorgte der Finne Veli-Matti Lindström mit einem Flug auf die Weltrekord-Weite von 232,5 Metern. Da das Milchgesicht nach der Landung in den Schnee griff, blieb die am Vortag aufgestellte Bestmarke von Landsmanns Matti Hautamäki (227,5) bestehen.

          Das mit Hannawald, Duffner, Georg Späth (Rohrhardsberg) und Michael Uhrmann (Rastbüchl) angetretene deutsche Quartett hatte mit 1336,3 Zählern umgerechnet 267 Meter Rückstand auf die überragenden Finnen.

          Der erneute Tiefschlag war für Heß kein Grund zur Depression. „Natürlich können wir nicht zufrieden sein, wenn bis auf Hannawald keiner zu seiner Topform findet. Der Riesenrückstand ist die Tücke der Schanze“, meinte der Bundestrainer: „Ein Trainerkollege hat zu mir gesagt: Irgendwo ist der Wurm drin, aber der kriecht auch wieder aus dem Käse raus. Wir können mehr, und wir werden es auch wieder zeigen. Ich bin wieder optimistisch.“

          Hannawald träumt indes von einem tollen Abschluss: „Ich will meine Fluggefühle walten lassen, dann wird am Sonntag gefeiert.“ Der 28-Jährige hat im Gegensatz zu Heß („Bei der Form von Malysz ist der Traum nicht mehr legitim“) den ersten Gesamtweltcup-Sieg seiner Karriere noch nicht aufgegeben: „Ich versuche alles.“ Um die 122 Punkte aufzuholen, müsste der Skiflug-Weltmeister beide Fliegen gewinnen, gleichzeitig dürfte Doppel-Weltmeister Malysz nur auf den Plätzen sechs und sieben landen.

          Egal, wie es ausgeht, Hannawald ist schon jetzt mit der Saison zufrieden: „Viele sind enttäuscht wegen der WM oder wenn ich das Gelbe Trikot nicht hole. Aber die Saison ist doch supergenial. Ich habe nach meiner Knieoperation sechs Weltcup-Siege gefeiert. Wenn einer am Ende stärker ist, akzeptiere ich das.“

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