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Skispringen : Hannawald fürchtet polnisches Pfeifkonzert

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Ungutes Gefühl vor Zakopane: Sven Hannawald Bild: AP

Vor dem Weltcup in Zakopane sorgt sich Sven Hannawald vor den polnischen Fans. Das Skispringen auf der Wielka-Krokiev-Schanze wird zum Nervenspiel.

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          Die Rückkehr in die „Hölle von Zakopane“ wird für Sven Hannawald ein Nervenspiel. Beim Weltcup auf der Wielka-Krokiew-Schanze in der Hohen Tatra wollen 80.000 Polen - darunter Staatspräsident Aleksander Kwasniewski - ihren Liebling Adam Malysz zum ersten Saisonsieg brüllen und den favorisierten deutschen Vorzeigespringer aus dem Rhythmus bringen.

          Der Hinterzartener hofft, dass ihm am Samstag und Sonntag ein gnadenloses Pfeifkonzert wie im Vorjahr erspart bleibt. „Das war die Hölle“, hatte Hannawald damals entnervt festgestellt. Der 28-Jährige erinnert sich nur ungern an die polnischen Fans, von denen einige Hannawald bei der Skiflug-WM in Harrachov sogar mit Flaschen und Schneebällen bewarfen.

          Projekt gegen gewalttätige Fans

          „Vielleicht werfen sie dieses Mal mit Steinen“, meinte er sarkastisch. Eine generelle Verurteilung lehnt der Mannschafts-Olympiasieger jedoch ab. „Es handelt sich nur um einige Hooligans. Die bringen die anderen Fans in Misskredit. Mir ist es lieber, wenn die Hütte voll ist und tolle Stimmung herrscht“, sagte der Zweite der Vierschanzentournee.

          Der Deutsche Skiverband (DSV) reagierte im Vorjahr auf die Vorfälle mit einem von den Top-Springern Hannawald und Martin Schmitt unterstützten Projekt gegen gewalttätige Fans. Ins Leben gerufen wurde die Aktion für mehr Toleranz und Verständnis von den Auswahltrainern Reinhard Heß und Apoloniusz Tajner.

          Auflagen für den Veranstalter

          „Wenn Ausschreitungen zum Alltag würden, wäre es der Tod für unsere Sportart“, begründete Heß sein Engagement. Ob das im Sommer in Hinterzarten abgehaltene deutsch-polnische Trainingscamp die erhofften Ergebnisse gebracht hat, wird sich am Wochenende zeigen.

          Der Weltverband FIS hat zumindest Lehren aus den Vorfällen im vergangenen Winter gezogen und die Zuschauerkapazität drastisch gesenkt. „Wir haben dem Veranstalter klare Auflagen erteilt. 70 000 Zuschauer wird es an der Schanze nicht mehr geben“, erklärte Walter Hofer, Skisprung-Direktor der FIS. Reinhard Heß hofft, dass sein momentan einziger Siegspringer seine Nerven in den Griff bekommt.

          Fitness verbessert?

          „Sven ist ein sensibler und emotionaler Mensch. Man trifft ihn mit dem Buhen und Pfeifen vielleicht an seiner Schwachstelle, weil er sich darüber unheimlich ärgert“, sagte der Bundestrainer. Hoffnungen setzt der 58-Jährige auch in die Rückkehr von Martin Schmitt, der den Weltcup in Liberec ausgelassen hatte.

          „Er hat die Zeit intensiv genutzt, um seine Fitness zu verbessern“, meinte Heß, der seinen feststehenden WM-Fahrern Hannawald, Schmitt, Michael Uhrmann und Georg Späth im Anschluss an Zakopane eine Weltcup-Pause gönnt.

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