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Skispringen : Für Sven Hannawald ist es „eine Qual“

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Landet auch in Lahti im Gelben Trikot des Weltcup-Führenden: Adam Malysz Bild: dpa

Sven Hannawald seht das Ebnde der Skispringer-Saison nach dem enttäuschenden zehnten Platz in Lahti herbei. Reinhard Heß will sich bis Ende April über seinen Verbleib auf dem Bundestrainer-Posten entscheiden.

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          Bei einem kleinen Glas Wein bekämpfte Sven Hannawald den Frust über den fast geplatzten Traum von der großen Kristallkugel: Durch den 10. Rang beim Springen in Lahti hat der Hinterzartener beinahe alle Chancen auf den erstmaligen Gewinn des Gesamt-Weltcups verspielt.

          Mit einem fast aussichtslosen Rückstand von 122 Punkten auf den dominierenden Doppel-Weltmeister Adam Malysz und wenig Hoffnung reist der Schwarzwälder zum Saison- Finale am kommenden Wochenende in Planica. „Ich habe kein optimales Gefühl, teilweise ist es eine Qual. Der 10. Platz spiegelt genau meine Verfassung wider“, sagte der enttäuschte Hannawald.

          Malysz vor Gewinn des Gesamtweltcups

          Reinhard Heß will sich bis Ende April über seinen Verbleib auf dem Bundestrainer-Posten der Skispringer entscheiden. „Ich weiß noch nicht, ob ich weitermache. Ich brauche Zeit zum Nachdenken. Bei der Trainerklausur Ende April ist die Sache vom Tisch“, sagte Heß dem Sport-Informations-Dienst (sid).

          24 Stunden nach seinem 3. Platz blieb Hannawald am Samstag mit zwei durchschnittlichen Sprüngen auf 122 und 120,5 m weit hinter seinen Möglichkeiten und dem überragenden Malysz, der mit 289,6 Punkten (129,5+132) seinen dritten Saison-Erfolg in Serie feierte. Der Mannschafts-Olympiasieger aus Hinterzarten musste dagegen sogar seinen Team-Kollegen Michael Uhrmann (Rastbüchl/6.) und Martin Schmitt (Furtwangen/7.) den Vortritt lassen.

          Hannawald verzichtet auf Team-Springen

          „So macht es keinen Spaß, weil ich um jeden Meter kämpfen muss“, erklärte Hannawald und schickte erste Glückwünsche in Richtung seines Konkurrenten. „Adam ist in Top-Form. Ich bewundere seine Leistung. Hut ab, da kann man nur gratulieren, wie er sein Ding durchzieht“, meinte Hannawald. Dem zweimaligen Skiflug-Weltmeister bleibt nur noch die Hoffnung, beim Finale auf der größten Flugschanze der Welt seine Stärken ausspielen zu können.

          „Wenn man weiß, dass es der letzte Wettkampf ist, kann man noch einmal jedes Energie-Restchen aus den Ecken hervorkramen. Auch wenn ich danach im Stehen einschlafe“, kündigte der 28-Jährige seinem Rivalen aus Polen einen großen Kampf an. Um Kräfte zu sparen, erwägt Hannawald sogar den Verzicht auf eine Teilnahme am Team-Wettbewerb am Freitag. „Das Mannschafts-Fliegen interessiert mich nicht so sehr“, erklärte er.

          Martin Schmitt beendet Saison

          Beim Weltcup-Finale fehlen wird auf jeden Fall Martin Schmitt. Der Furtwangener entschied sich nach einem Gespräch mit Bundestrainer Reinhard Heß trotz seiner guten Leistung mit Platz sieben überraschend für ein vorzeitiges Saisonende. Am Samstag hatte der 25- Jährige nach 120,5 und 124 m noch zufrieden konstatiert: „Meine Sprünge werden besser.“

          Das konnte auch Michael Uhrmann behaupten. Der Bayer dürfte als Sechster erstmals seit vier Monaten wieder an einer Siegerehrung teilnehmen. „Das ist ein schönes Gefühl. Da merkt man, was man vermisst hat“, sagte Uhrmann nach Sprüngen von 121,5 und 124 m. „Bei mir geht es seit der WM aufwärts, es macht wieder Spaß“, erklärte der Polizeimeister.

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