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Skiflug-WM : Hannawalds Flugstunden in Harrachov

  • Aktualisiert am

Titelverteidiger bei der Skiflug-WM: Sven Hannawald Bild: AP

„100 Prozent Courage habe ich noch nicht gezeigt“, meinte Titelverteidiger Sven Hannawald nach seinem Trainingssprung für die Skiflug-WM.

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          Erst kam der Wind - und dann Sven Hannawald: Nach über sechs Stunden Warten flog der Titelverteidiger bei der Skiflug-WM am Teufelsberg im Training auf starke 191 Meter. Damit belegte der Hinterzartener im letzlich einzigen von sechs geplanten Übungssprüngen für das Championat am Samstag und Sonntag (jeweils 10.30 Uhr/live bei RTL) Platz fünf.

          Mit längerem Anlauf und bei besseren Bedingungen segelte der Finnen Veli-Matti Lindström auf die Bestweite von 205 Metern, während Martin Schmitt (Furtwangen) bei 172,5 Metern abstürzte.

          „Raus aus dem Tal“

          „Für den ersten Flug war das überraschend gut. Ich bin einigermaßen aus dem Tal raus, in dem ich wegen meiner Schienbeinverletzung war. Aber 100 Prozent Courage habe ich noch nicht gezeigt“, meinte Hannawald. Der 27-Jährige steckte die viermalige Verlegung des Trainings wegen des mit bis zu 70 km/h wehenden Sturms „Vrtak“ gut weg und präsentierte sich in den späten Nachmittagsstunden in bester Laune: „Beim Wettkampf will ich vor allem Spaß haben. Ob was Gutes dabei rauskommt, wird man sehen.“

          Im Training vor 10.000 Fans flog Hannawald immerhin weiter als sein polnischer Konkurrent Adam Malysz (190 Meter), den zahlreiche Fans aus der Heimat mit Plakaten („Adam - 300 Meter“) anfeuerten und am Samstag nach Schätzung der Organisatoren rund 10.000 Anhänger aus Polen unterstützen werden.

          Schmitt hofft auf Medaille

          Angeschlagen wirkte nach der langen Wartezeit dagegen der auf Platz 31 abgestürzte Schmitt. „In der Anlaufspur war kurz vor dem Absprung eine brutale S-Kurve. Dann hat's mir den Ski in der Luft verschlagen, und der Sprung war dahin“, schimpfte der Mannschafts-Olympiasieger, der zum ersten Mal eine Medaille bei einer Skiflug-WM gewinnen will.

          Im Vorderfeld konnten sich Michael Uhrmann (Rastbüchl/188 Meter/12.) und Christof Duffner (Schönwald/(187/13.) platzieren. Das fünfte Startticket im deutschen Team holte sich der Oberhofer Jörg Ritzerfeld mit einem 181-Meter-Flug. Georg Späth (Rohrhardsberg/177) und Alexander Herr (Rohrhardsberg/167) dagegen müssen zuschauen.

          Unsichere Wetterlage

          Ob allerdings die vier geplanten Wertungsflüge überhaupt über die Bühne gehen können, scheint angesichts der Wettervorhersage jedoch unwahrscheinlich. „Am Samstag soll es besseres Wetter werden, am Sonntag kommt allerdings die nächste Front. Mit einer Windstärke von zehn Stundenkilometern können wir leben“, sagte Renndirektor Walter Hofer vom Internationalen Skiverband (FIS) und erläuterte, dass bereits ein kompletter Probedurchgang und ein Wertungsdurchgang zur Ermittlung des Weltmeisters reichen würden.

          Die exponiert im Wind stehende Certak-Schanze ist berühmt-berüchtigt für ihre Windanfälligkeit und Gefährlichkeit. 1983 wurde Jens Weißflog (Oberhof) in Harrachov von einer Windböe erfasst, prallte kopfüber auf den Hang und zog sich schwere Hüft- und Nierenprellungen zu. Neun Jahre später 1992 erlitt der Österreicher Andreas Goldberger bei einem Crash eine Gehirnerschütterung und brach sich Hand und Schlüsselbein.

          Auch Verzögerungen sind beim Skifliegen normal. Bei der WM vor zwei Jahren im norwegischen Vikersund konnte bis einschließlich Sonntag kein kompletter Wertungsdurchgang stattfinden, Hannawald krönte sich 24 Stunden später zum Flug-König.

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