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Skiflug-WM : Hannawald bleibt bester Skiflieger

  • Aktualisiert am

Ausrutscher beim Jubeln: Sven Hannawald Bild: dpa

Sven Hannawald hat als erster Sportler den WM-Titel im Skifliegen verteidigt. Adam Malysz entschuldigte sich für die polnischen Fans.

          2 Min.

          Mit Wut im Bauch und Wetterglück hat Sven Hannawald den Titel bei der Weltmeisterschaft der Skiflieger gewonnen. Der 27 Jahre alte Gewinner der Vierschanzentournee hat im tschechischen Harrachov als erster Springer seinen Titel als Skiflug-Weltmeister verteidigt und dafür 25 000 Euro Preisgeld vom Deutschen Skiverband sowie einen 120 Zentimeter hohen Kristallpokal von den tschechischen Organisatoren erhalten.

          Der drei Jahre jüngere Martin Schmitt komplettierte als Zweiter den überragenden Erfolg der deutschen „Adler“. Für den viermaligen Weltmeister Schmitt war es die erste WM-Medaille im Skifliegen.

          Glückliche Absage für Hannawald

          Die Entscheidung bei der 17. Skiflug-WM auf dem Riesenbakken am Teufelsberg fiel wie vor zwei Jahren im norwegischen Vikersund nach nur einem Flugtag, weil Schneegestöber mit Windböen von bis zu 70 Stundenkilometer am Sonntag das Fliegen verhinderten. Am Mittag entschied die Jury, die weiteren Wertungsflüge abzusagen. „Wir mussten sogar die Windnetze lösen, ansonsten wären sie zerfetzt worden“, begründete Walter Hofer, Renndirektor des Internationalen Skiverbandes FIS.

          Für Hannawald war die Absage perfekt, da er am ersten Tag eine Meniskusquetschung erlitten hatte. Beim Jubeln war er am Samstag im Auslauf weggerutscht und hatte sich das Knie verdreht. „Es könnte eine Quetschung des Außenmeniskus sein. Wir haben das Knie über Nacht mit Salben behandelt. Sven hätte ohne größere Probleme, aber nicht hundertprozentig fit springen können“, erläuterte Mannschafts-Arzt Ernst Jakob.

          Schmitt auf Tigerski zu WM-Silber

          Am Samstag hatte Hannawald die Konkurrenz deklassiert. Er war bei guten äußeren Bedingungen zwei Mal auf 202 m gesegelt und hatte dafür jeweils die besten Haltungsnoten kassiert. Mit 396,3 Punkten betrug sein Vorsprung vor Schmitt exakt 28 Zähler, was 23,5 Metern entspricht.

          Martin Schmitt steigerte sich auf seinen seit den Olympischen Winterspielen benutzten Tigerski nach 182 m und dem sechsten Platz nach dem ersten Durchgang auf 202 m im zweiten Flug. Dritter wurde der Finne Matti Hautamäki (363,4/ 202,5 + 182).

          Hannawald war bei seinem Erfolg auch nicht durch die Schneeball- und Flaschen-Würfe einiger polnischer Zuschauer unter den mehr als 40.000 Besuchern zu stoppen. „Die so genannten polnischen Fans habe ich abgehakt. Das war noch eine Steigerung gegenüber dem Weltcup in Zakopane, ist extrem nervig und muss nicht sein. Mit denen bin ich fertig“, schimpfte Hannawald nach der Schneeball-Kanonade während seiner Fahrt mit dem Sessellift. „Ich bin schon mit Wut im Bauch gesprungen und freue mich umso mehr über das Ergebnis. Es ist doch schlimm, wenn Du vor einer Liftauffahrt mehr Angst als vor dem Skifliegen hast.“

          Malysz entschuldigt sich für polnische Fans

          Für Sonntag hatte das deutsche Team bereits die Fahrt für Hannawald mit einer Pistenwalze über den alpinen Hang neben der Schanze zum Anlaufturm organisiert.

          Während Hannawald beide Male bei Windstille sprang, beendete Rückenwind den zweiten Flug von Weltcup-Spitzenreiter Adam Malysz bereits nach 142 m. „Die Jury hat mich zu lange warten lassen. Allerdings war mein Sprung auch nicht gut“, bemerkte der Pole und entschuldigte sich für die Schneeballwerfer bei Hannawald. „Das schmerzt mich sehr, dass einige so eine Aggressivität gegen Sven entwickeln. Das sind Fußball-Fans, aber keine Freunde des Skispringens. Vielleicht haben sie zu viel Wodka getrunken, ehe sie an die Schanze gekommen sind. Sven ist ein fantastischer Springer und hat verdient gewonnen“, sagte Malysz, der nur auf Platz 18 landete.

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