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Ski-WM : Neureuther

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          Die alpine Ski-WM in St. Moritz wird zur Spielwiese für die deutsche Jugend. Unmittelbar vor Beginn der Titelkämpfe im Oberengadin hat der Deutsche Ski-Verband (DSV) sein bisher elfköpfiges Aufgebot überraschend noch um drei „Teenager“ erweitert.

          Felix Neureuther (18), Sohn der deutschen Ski-Größen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, darf bei der WM gleich zweimal (Slalom/Riesenslalom) starten. Christian Wanninger (21) soll den Riesenslalom fahren, Stefan Kogler (21) und Jendrek Stanek (21) ermitteln in einer internen Ausscheidung den vierten Starter im Slalom.

          „Investition in die Zukunft“

          Zwar hat keiner der Kandidaten die WM-Norm (einmal 8. oder zweimal 15.) auch nur im entferntesten erfüllt, der DSV aber will seine chronisch schwächelnde Männer-Abteilung in St. Moritz endlich nach vorne bringen. „Wir betrachten den Einsatz der Youngster als Investition in die Zukunft“, erläuterte Alpinchef Walter Vogl die überraschende Nachnominierung.

          Auch Männer-Cheftrainer Martin Oßwald erwartet von Neureuther und Co. noch keine Wunderdinge: „Die Jungen sollen hier in erster Linie Erfahrung sammeln. Außerdem ist die erste WM-Teilnahme für jeden eine Riesen-Motivation für die weitere Karriere.“

          Felix Neureuther und Co. werden erst in der zweiten Woche nach St. Moritz kommen. Am Mittwoch, 12. Februar, steht der Riesenslalom auf dem Programm, am Sonntag, 16. Februar, folgt zum Abschluss der WM der Slalom. Der 18 Jahre alte Partenkirchner bestritt in seiner Karriere erst ein Weltcup-Rennen: Beim Riesenslalom im slowenischen Kranjska Gora am 4. Januar schied er im ersten Durchgang nach nur 20 Sekunden aus, flog mit dem Rücken voraus in die Fangnetzte, blieb aber unverletzt.

          Selbst in der „zweiten Liga“ ohne Chance

          Normalerweise fahren die Jungen nur im Europacup. Selbst in der zweiten Liga des alpinen Skisports kam in diesem Winter aber keiner der DSV-Teenager unter die ersten Zehn. Bei einem FIS-Slalom in der vergangenen Woche in Westendorf/Österreich, bei dem fast die komplette Weltelite vertreten war, kämpfte sich Neureuther im ersten Durchgang immerhin auf Rang 17, schied aber im zweiten erneut aus.

          Für Vater Christian kommt die WM-Teilnahme seines Sohnes fast noch ein bisschen zu früh. „Felix ist doch noch unfertig. Ihm fehlen bestimmt noch zwei Jahre Erfahrung“, sagt Neureuther Senior, der in St. Moritz für die ARD arbeitet. „Er soll erstmal die Schule fertig und 2004 sein Abitur machen, danach kann er zwei Jahre im Ski-Zirkus fahren. Erst dann lässt sich ein Urteil abgeben.“

          Viel Lob für Neureuther junior

          Cheftrainer Martin Oßwald hält auf seinen Jungstar schon jetzt große Stücke: „Felix ist eine gute Mischung aus seinen Elternteilen. Fahrinstinkt und Lockerheit hat er von der Rosi, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit von Christian.“ Auch der deutsche Techniktrainer Sepp Hanser hält viel von Felix Neureuther, „auch wenn er noch sehr oft ausfällt“.
          Hanser: „Felix macht rein bewegungstechnisch alles richtig, ohne zu wissen, warum. Das ist ein Zeichen von Veranlagung. In seinem Fahrstil sind keine großen Fehler mehr zu erkennen“, sagt Hanser und gerät über den Teenager fast schon ins Schwärmen: „Nicht nur vom Namen her, auch auf der Piste ist er etwas Besonderes.“ Nur der Betroffene selbst will nichts sagen. Vater Christian hat in St. Moritz die Journalisten gebeten, den Jungen mit Interview-Anfragen noch zu verschonen.

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