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Ski-WM : Konsequenzen nach WM-Debakel verschoben

  • Aktualisiert am

Weltmeisterliches Geschwisterglück: Janica (r.) und Ivica Kostelic Bild: AP

Für die deutsche Bilanz bei der alpinen Ski-WM ist schon ein Blick in die Geschichtsbücher des Sports notwendig. Immerhin 1982 lässt sich dann ein schlechteres Ergebnis eines DSV-Teams beim Saisonhöhepunkt finden. Sportgeschichte schrieben auch die Geschwister Kostelic mit ihrem Slalom-Doppelsieg.

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          Die historische Pleite der deutschen Skifahrer in St. Moritz wurde durch den überraschenden 15. Platz von Nachwuchshoffnung Felix Neureuther zumindest ein bisschen abgemildert.

          Martina Ertl und Kolleginnen hatten am Samstag die medaillenlose Debakel des Deutschen Skiverbandes (DSV) fortgesetzt. Monika Bergmann kam zum Abschluss des total verkorksten Saisonhöhepunktes auf einen enttäuschenden 13. Platz. Martina Ertl, Annemarie Gerg und Maria Riesch erreichten erst gar nicht das Ziel. „Das war unter aller Kanone“, sagte Monika Bergmann.

          Janica und Ivica Kostelic feiern Geschwister-Gold

          Ausgerechnet Nachwuchshoffnung Neureuther sorgte dank Bestzeit im zweiten Durchgang für das beste Herren-Resultat und einen halbwegs versöhnlichen Abschied. „Ich bin verhalten gefahren und wollte durchkommen“, kommentierte der Sohn der deutschen Ski-Legenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther seine Fahrt. Im Gegensatz zu den Routiniers Andreas Ertl, Markus Eberle sowie den Speed-Spezialisten Max Rauffer und Stefan Stankalla rechtfertigte der Partenkirchener seine WM-Nominierung.

          Deutscher Hoffnungsträger: Felix Neureuther
          Deutscher Hoffnungsträger: Felix Neureuther : Bild: AP

          Janica und Ivica Kostelic haben Ski-Geschichte geschrieben und zum Abschluss der alpinen Weltmeisterschaften als erstes Geschwisterpaar Gold in der selben Disziplin gewonnen.

          Konkurrentinnen lästern über Kostelic

          Einen Tag nach dem Sieg seiner Schwester sicherte sich Ivica Kostelic am Sonntag im Slalom seinen ersten WM-Titel. Mit Tränen in den Augen lagen sich Bruder und Schwester in den Armen und ließen sich von den begeisterten Fans aus Kroatien im Zielraum feiern.

          Bode Miller (USA) verpasste als Sechster seine vierte Medaille, ist aber als zweifacher Weltmeister neben Doppel-Siegerin Janica Kostelic der große Held von St. Moritz. Im Eilschritt lief sie auf ihren Bruder zu, der vor dem jungen Schweizer Silvan Zurbriggen und Giorgio Rocca (Italien) triumphierte. „Ich bin so nervös, wenn er fährt“, hatte die beste Skifahrerin zuvor gestanden. Nach ihrem eigenem Sieg vor den jungen Österreicherinnen Marlies Schild und Nicole Hosp hatte sich die 21-Jährige noch gegen Anfeindungen der Konkurrenz wehren müssen.

          Ein fünfter Rang als deutsches Top-Ergebnis

          Ständig hatte die dreifache Olympiasiegerin von Salt Lake City über Knie- und Schulterschmerzen geklagt, ihre Starts in Frage gestellt, um dann die Gegnerinnen in Kombination und Slalom in Grund und Boden zu fahren. „Da ist viel Show dabei“, sagte DSV-Cheftrainer Wolfgang Maier, und österreichs Super-G-Weltmeisterin Michaela Dorfmeister stellte fest: „Eine grandiose Schauspielerin“. „Was ich gehört habe, ist nicht nett. Ich habe große Schmerzen“, wehrte sich Janica Kostelic.

          Zumindest von Maier wird die beste Skifahrerin auf dem nun bevorstehenden Weg zum zweiten Sieg im Gesamtweltcup kaum weitere Kritik zu hören bekommen. Der deutsche Coach hat nach dem Debakel mit seinen Athletinnen zu tun. „Ich habe genug von St. Moritz. Ich bin weg wie ein Pfeil“, sagte der 42-Jährige. Nur drei Platzierungen in den Top Ten, als Höhepunkt ein fünfter Platz der 18-jährigen Maria Riesch in der Kombination und die Herren nicht einmal mehr zweitklassig: schlechter war der DSV zuletzt bei der WM 1982 in Schladming.

          Alpin-Chef Vogel: „Kein Zuckerschlecken für alle Beteiligten“

          Die auch in St. Moritz mit neun Medaillen führende Skination Österreich war schon immer enteilt, nun sind auch Kroaten, Slowenen und die lange gebeutelten Kanadier längst vorbeigezogen. Angesichts der Negativbilanz hat die Dauer-Diskussion über personelle und strukturelle Schwächen im DSV einen neuen Höhepunkt erreicht. Allerdings wird die Debatte noch vornehmlich von außen geführt. Der unter Druck geratene DSV will trotz der miserablen Bilanz in St. Moritz erst nach dem Saisonende über Konsequenzen entscheiden. „Die nächsten Wochen werden kein Zuckerschlecken für alle Beteiligten“, sagte Alpin-Chef Walter Vogel.

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