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Ski-Alpin : Mißerfolg kein Beinbruch

  • Aktualisiert am

Regina Häusl und Hilde Gerg, die beiden Top-Fahrerinnen des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), gehen mit Verletzungen in die am Wochenende auf dem Gletscher im österreichischen Sölden beginnende Saison.

          Die deutschen Ski-Rennläufer stehen zweieinhalb Jahre nach ihrem Gipfelsturm bei den Olympischen Spielen in Nagano wieder am Fuße des Berges. In der vorolympischen Saison, die am Wochenende auf dem Gletscher über dem österreichischen Sölden beginnt, wären frühere Selbstverständlichkeiten deshalb schon ein Erfolg. "Eine Medaille" - mehr will sich Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier für die Weltmeisterschaften in St. Anton (28. Januar bis 10. Februar 2001) gar nicht wünschen.

          Die Alpinen des Deutsche Skiverbandes (DSV) sind nach zwei Wintern mit Pleiten, Pech und Pannen bescheiden geworden. Außer der WM-Medaille geht Maier deshalb nur zwei weitere Ziele an: Im Slalom, der Problemdisziplin der letzten Jahre, soll es endlich vorwärts gehen, auch dank des neuen Trainers Franz Gamper aus Südtirol. Und dann "machen Hilde und Regina hoffentlich da weiter, wo sie aufgehört haben", sagt Maier. Die Hoffnung allerdings ist nur vage. Hilde Gerg und Regina Häusl erlitten im letzten Winter Beinbrüche und haben derzeit Mühe, den Anschluss zu finden.

          Häusl Comeback verzögert sich

          Maier will den beiden Top-Fahrerinnen "die Zeit lassen, die sie brauchen", man könne "froh sein, dass sie überhaupt wieder so gut fahren". Hilde Gerg wird möglicherweise bei den Übersee-Rennen ab Mitte November oder Anfang Dezember wieder eingreifen. Bei Regina Häusl, die ihren Triumph im Abfahrtsweltcup im letzten Rennen der vergangenen Saison mit der schwersten Verletzung ihrer Karriere bezahlte, sieht es nicht so gut aus. Im Training ist sie wieder gestürzt, das Comeback verzögert sich. "Das war schon ein gewaltiger Rückschlag", sagt Maier.

          Während Martina Ertl (Lenggries) laut Maier schon richtig gut fährt und Petra Haltmayr (Rettenberg), die Überraschung des vergangenen Winters, "so ordentlich vorbereitet ist, wie sich das für jemanden gehört, der in der Weltspitze mitfahren will", muss Häusl derzeit sogar fürchten, dass die WM in drei Monaten ohne sie stattfindet. "Ich muss einkalkulieren, dass es nicht klappt", räumt sie ein: "Ich müsste mich ja erstmal qualifizieren." Die deutsche WM-Norm: einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15 im Weltcup.

          Kaum Hoffnungsträger im Männerteam

          In der Vergangenheit ist bei der Nominierung immer ein Auge zugedrückt worden, vor allem bei den Männern. Gebracht hat es wenig, deshalb hat sich der DSV im Sommer zu einer Zäsur durchgerungen. Der einst vergraulte Martin Oßwald wurde nach vier erfolgreichen Jahren bei den Norwegern zurückgeholt und zum Cheftrainer ernannt. Der Allgäuer fackelte nicht lange und besetzte auch die anderen Trainerposten neu: Hans Flatscher aus Österreich kümmert sich nun um die Abfahrer, Ex-Weltcupläufer Florian Beck, Ehemann von Maria Epple-Beck, um die Techniker. Oßwald weiß, dass er keine Wunder vollbringen kann, und bittet deshalb um Geduld: "Wenn es aber in den nächsten vier Jahren nicht einen deutlichen Aufschwung gibt, bin ich vielleicht nicht der richtige Mann." Platzierungen in den Top Ten sollen seine Läufer erreichen, möglichst bald und möglichst konstant. Das klingt sehr optimistisch, doch Oßwald macht deutlich: "Die Ziele kleiner zu setzen, ist zwar bequemer, hilft uns aber nicht weiter. Ich muss diese Ziele vorgeben, und die muss man auch erreichen."

          Hoffnungsträger gibt es wenige: Da ist immer noch Markus Eberle (Kleinwalsertal), dem Oßwald zutraut, im Slalom auch mal unter die ersten Drei zu kommen. Da ist Max Rauffer (Leitzachtal), der im vergangenen März mit Rang drei auf der Abfahrt in Kvitfjell für eine kleine Sensation sorgte und sich laut Oßwald jetzt auf einem Topweg befindet. Und da ist schließlich noch Florian Eckert (Lenggries), von dem der Trainer hofft, dass er sich weiter so gut entwickelt wie im vergangenen Winter im Europacup und bald ein richtig guter Allrounder wird.

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