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Ski Alpin : Damen-Trainer Maier: „Es ist fünf nach zwölf“

  • Aktualisiert am

Unzufriedener Skilehrer: Wolfgang Maier Bild: dpa

Wenn keine Rückorientierung „zum Leistungssport“ erfolge, mahnt Maier, würden die Damen bald „so am Boden liegen“ wie die Alpin-Herren.

          Der Cheftrainer der alpinen Ski-Damen, Wolfgang Maier, hat nach dem Abschluss der alpinen Ski-Saison harsche Kritik an den Aktiven und den Verantwortlichen des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) geäußert.

          Der 41-Jährige besitzt einen unbefristeten Vertrag, den er jederzeit kündigen kann. „Entweder, es werden grundlegende Dinge im Verband geändert und ich bleibe, oder es bleiben andere und ich bin weg“, sagte der Bundestrainer der Bild-Zeitung.

          Damen bald am Boden wie die Herren

          Nach einer eher durchwachsenen Saison mit fünf Weltcupsiegen, von denen Hilde Gerg (Lenggries) alleine vier erzielte, ist es für Maier „fünf nach Zwölf und nicht fünf vor Zwölf. Aber das haben bei uns noch nicht alle kapiert.“

          Wenn nicht schnellstens eine Rückorientierung „zum Leistungssport“ erfolge, mahnt der Chef-Coach, würden die Damen bald „so am Boden liegen“ wie die Herren des DSV. „Ohne Hilde Gergs Erfolge wären wir heuer schon auf die Schnauze gefallen“, betont Maier.

          Außer Hilde Gerg hatte in der abgelaufenen Saison nur Petra Haltmyr (Rettenberg) ein Rennen gewonnen, daneben erreichte lediglich Monika Bergmann (Lam) noch einen Podestplatz (Rang zwei). Bei Olympia gewann Martina Ertl (Kombinations-Bronze) die einzige Medaille.

          „Leistungssport ist nicht sozial“

          Um den drohenden Absturz zu verhinden, fordert Maier eine andere Gangart im Team: „Die Aktiven müssen härter attackiert werden. Der Trott muss gebrochen werden. Es muss mehr trainiert werden. Man darf sich nicht auf soziale Aspekte rausreden. Leistungssport ist nicht sozial.“

          Maier wirft Aktiven und Verantwortlichen vor, sich mit einer deutlich erkennbaren Mittelmäßigkeit zufrieden zu geben: „Bei uns in der Mannschaft ist man inzwischen mit Plätzen zwischen zehn und 15 zufrieden.“ Läuferinnen wie die Abfahrerinnen Haltmayr oder Regina Häusl (Bad Reichenhall) hätten „das Potential zu Siegerinnen“, sagt der Cheftrainer, doch „es fehlt die Selbstkritik“.

          Ski fahrender Debattier-Klub

          Auf Grund der erfolgreichen 90er-Jahre „sind wir zu einem Debattier-Klub geworden“. Die Forderung Maiers lautet deshalb: „Das Personal muss neu justiert werden.“ Dies gelte für Aktive wie für Trainer: „Ich habe mich bisher immer vor alle gestellt. Ein Abfahrtstrainer oder andere wurden nie kritisiert. Aber die Leistungen der Abfahrts-Mannschaft saufen mit Ausnahme von Hilde Gerg ab, weil da nicht gut genug Ski gefahren wird.“ Bislang jedoch seien seine Warnungen „nicht ernst genommen worden. Viele Kollegen meinen, nach Höhen kommen Tiefen. Aber damit kann ich mich nicht abfinden.“

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