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Segeln : „The Race“: Club Med am Äquator

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Flaute im Südatlantik: „Innovation Explorer” Bild:

Während das Verfolgerfeld durch den Südpazifik brettert, ist Spitzenreiter „Club Med“ auf der Jagd nach einem Fabel-Rekord

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          Beste Stimmung auf der „Club Med“, bemühter Optimismus auf der „Innovation Explorer“ - während der führende Skipper Grant Dalton beim Hochgeschwindigkeitsrennen „The Race“ auf einen neuen Rekord für die Weltumsegelung zusteuert, haben die Taktiker von Verfolger Loick Peyron mit ihrer Ostumfahrung des St. Helena-Hochs mehr verloren als gewonnen.

          „Wir freuen uns schon, wenn wir die Seekarten umdrehen können“, berichtete Co-Skipper Franck Proffit von der „Club Med“ kurz vor der Überquerung des Äquators. Noch zwei bis drei weitere Tage Schwachwind, dann kann die Crew hoffen, auf ein Tief aufzuspringen, das den riesigen Zweirumpfer mit kräftigen Winden bis zur Ziellinie im Mittelmeer begleiten wird. „Autobahn nach Marseille“ nennen die Segler dieses typische Atlantik-System schon.

          Die Verfolger hoffen auf eine Havarie

          Ohne Bruch und bei halbwegs günstigen Bedingungen könnte die „Club Med“ dann einen Fabel-Rekord für die Umrundung des Planeten unter Segeln aufstellen. Der aktuelle Rekord liegt bei 71 Tagen, Daltons Crew könnte sogar die 60 Tage unterschreiten. Entsprechend gelassen ist die Stimmung an Bord. „Wir haben keine Probleme an Bord. Alles ist in bestem Zustand, die Segel halten gut. Wir haben genug zu essen, bloß die Auswahl könnte etwas besser sein“, scherzte Co-Skipper Proffit im Funk-Interview.

          Solche Sorgen hätte Verfolger Loick Peyron auf der „Innovation Explorer“ auch gerne. Seine Taktik, von den Falklands aus weiter östlich zu segeln, ist nicht aufgegangen. Der Franzose hat gegen den Spitzenreiter eher noch Meilen verloren und liegt wieder 1.200 sm zurück. „Wir fahren jetzt langsam aus dem St. Helena-Hoch heraus, dann bremsen wir die Club Med aus“, gibt sich Peyron optimistisch. Realistische Chancen hat er aber wohl nur, wenn auf der baugleichen „Club Med“ eine schwere Havarie passieren sollte.

          Dabei sein ist alles

          Im Verfolgerfeld jagt Cam Lewis auf der „Team Adventure“ gerade das Team von Roman Paszke durch das südpazifische Eismeer. Der Amerikaner musste die Polen durch eine erneute Reparatur seines Bootes in Neuseeland vorbeiziehen lassen, doch lange dürfte die Freude auf der „Warta Polpharma“ nicht währen. Zu überlegen ist die mit den Spitzenreitern ebenfalls baugleiche „Team Adventure“ dem älteren und kleineren Boot der Polen.

          Für den Engländer Toni Bullimore dürfte es wohl auch weiterhin nur um olympische Prinzipen gehen. Sein Boot „Team Legato“ war dem Feld von Anfang an hinterher gesegelt. Vor Neuseeland hatte Bullimore zwar etwas aufgeschlossen, doch dann war seine „Team Legato“ bei gutem Speed in eine Welle gelaufen und abrupt gestoppt worden - zwei Crewmitglieder verletzten sich ernsthaft. Ein Stopp in Neuseelands Hauptstadt Wellington zur Versorgung der Verletzten dürfte den Engländer wohl aller Chancen berauben, wenigstens im Verfolgerfeld noch mitzumischen.

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