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Deutsche Schwimmer : Offener Streit mit Chef-Bundestrainer Lambertz

Mund ziemlich voll genommen: Schwimmer Heintz Bild: AFP

„Es muss krachen“: Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der WM kritisiert Schwimmer Heintz die Nominierungspraxis. Bundestrainers Lambertz reagiert verärgert.

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          Nach dem enttäuschenden siebten Platz über 200 Meter Lagen bei den Weltmeisterschaften in Budapest hat der Heidelberger Schwimmer Philip Heintz die Nominierungspraxis von Chef-Bundestrainer Henning Lambertz deutlich kritisiert. Er habe „Wut im Bach“, sagte Heintz, nachdem er mit der deutschen 4x200-Meter-Freistilstaffel am Freitagmorgen mit der neuntschnellsten Zeit am Finale vorbei geschwommen war.

          Ihm sei klar gewesen, dass die Zeit, die er bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin geschwommen war (1:55,76 Minuten), in Budapest nicht würde wiederholen können. Auf Grund der Leistung von Berlin war er als schnellster Lagenschwimmer der Welt in diesem Jahr über diese Distanz nach Budapest gekommen und hatte als Medaillenkandidat gegolten. Im Finale schwamm er 1:57,43 Minuten. Er werde nach dem Urlaub die Diskussion mit Lambertz suchen.

          „Es darf krachen, es muss krachen“, sagte Heintz am Freitag. „Man sollte die Leute, die schon öfter Leistung gezeigt haben, in Ruhe lassen im Training. Man sollte ihnen Vertrauen entgegen bringen und nicht ständig kritisch hinterfragen: ,Was macht ihr? Wieso macht ihr das? Das machen wir aber anders. Das ist nicht gut.‘ Einfach mal in Ruhe lassen.“

          Kern des Vorwurfs ist, dass einzig Marco Koch, Weltmeister über 200 Meter Brust, als von Lambertz „gesetzter“ Schwimmer für das DSV-Team galt. Alle anderen mussten sich über Normen qualifizieren, die sich, abgesehen von Nachwuchsschwimmern, am achten Platz der Olympischen Spiele von Rio orientierten.

          Weist Kritik zurück: Bundestrainer Lambertz

          Lambert reagierte in Budapest auf die Vorwürfe mit Kritik an Heintz und war dem Schwimmer die falsche Herangehensweise vor. „Wer mit der Einstellung kommt: ,Ich kann nicht schneller‘, der kann auch nicht schneller. Er hat leider die fünf Wochen (den Abstand zwischen Deutscher und Weltmeisterschaft; d. Red.) thematisiert.“ Das sei ein „großer Fehler“, so Lambertz. Bei anderen Schwimmern, etwa Franziska Hentke, sei das kein Problem gewesen.

          Heintz solle „vor der eigenen Tür schauen“, ob es nicht „individuelle Dinge“ gebe, die zur Leistungsschwäche beigetragen hätten. Die Ankündigung des Schwimmers, nach dem Urlaub das Gespräch suchen zu wollen, bezeichnete Lambertz als „kleinen Fehltritt“. Er wünsche sich, dass ein solches Gespräch nicht über die Medien angekündigt werde. Er werde Heintz noch in Budapest darauf ansprechen. „Er ist ja fertig.“ Heintz hatte zuvor gesagt, er wolle lieber warten, um ein Gespräch nicht unnötig emotional zu gestalten: „Wenn hier beide auf einander krachen, wird es nur ein sinnloses Anschreien auf gut deutsch.“

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