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Schlussverkauf bei Kirch : DSF, IMP und Sport1 warten auf neue Besitzer

  • Aktualisiert am

Vorgeladen, nicht abgeführt: Leo Kirch beim EM.TV-Prozess. Sein eigener Konzern wird stückweise verkauft Bild: dpa

Schlussverkauf bei KirchMedia. Bis Jahresende werden Interessenten für den Internetdienst Sport1, das DSF und den Datenbank-Betreiber IMP gesucht.

          Der Ausverkauf bei der KirchMedia ist noch nicht beendet. Nachdem die Sportrechte an ein Konsortium um Günter Netzer und Geldgeber Robert Louis Dreyfuss verkauft und die Pro7Sat1Media AG an das Bauer-Konsortium veräußert wurde, wird noch ein Interessent für den Rest gesucht.

          Der Internet-Anbieter sport1.de wartet wie das Deutsche Sportfernsehen (DSF) und den Fußball-Datenbank-Betreiber IMP auf seinen Verkauf. Bis Ende des Jahres sollen die drei Unternehmen neue Besitzer haben.

          DFL könnte Option nutzen

          Sport1 hat unter der Kirch-Insolvenz gelitten. „Die Diskussion dieses Jahr hat uns nicht gut getan. Kunden fürchteten bei der Akquise, es könnte ja ein strategischer Konkurrent Teilhaber von uns werden“, erklärte Geschäftsführer Raoul Hess. „Außerdem mussten wir Interessenten immer wieder erklären, dass nicht wir insolvent sind, sondern ein Gesellschafter von uns.“

          Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) kann noch eine Option ziehen, ob sie einen Anteil von 25,1 Prozent der drei Unternehmen übernehmen will. Verzichtet der Dachverband auf die Option, erhält er für vier Jahre insgesamt 20 Millionen Euro.

          IMP betreibt ran-Datenbank

          Für die DFL, die ihr Interesse am DSF bereits bekundet hat, wären auch die anderen beiden Partner interessant. Mit der IMP hätte die Liga Zugriff auf die ran-Datenbank und mit Sport1 einen marktführenden Multimedia-Dienstleister im Boot.

          Auch das Münchner Unternehmen sähe Vorteile in einer Zusammenarbeit mit der DFL. „Deren Seite bundesliga.de fällt in unsere Kernkompetenz, Seiten zu betreiben und zu vermarkten“, meinte Unternehmenssprecher Thomas Medau. Außerdem könne man einige Synergien nutzen.

          „Auf wandelnde Marktbedingungen flexibel reagieren“

          Während die DFL nur Minderheitsgesellschafter werden kann, sieht Hess die in der Öffentlichkeit gehandelten möglichen Übernahme-Interessenten TF 1 oder ESPN als Partner an, die passen. Das gilt auch für Premiere: „Für Premiere wären wir prädestiniert, die natürliche Verlängerung eines Pay-Dienstleisters ist eine Internet-Transaktions-Plattform.“

          Unabhängig von den Querelen des Jahres sieht der Geschäftsführer gute Chancen für die Zukunft: „Ich bin sicher, dass wir im Jahr 2003 einen positiven Jahresüberschuss erreichen werden. Unsere unterschiedlichen Geschäftsfelder machen es möglich, dass wir auf die wandelnden Marktbedingungen flexibel reagieren.“

          Hess glaubt an den mobilen Markt

          Die Hälfte des Sport1-Umsatzes in Höhe von 15 Millionen Euro wird über Werbeeinnahmen erwirtschaftet. Content-Lieferungen und Dienstleistungen für andere Anbieter machen zur Zeit 35 Prozent des Umsatzes aus, die restlichen 15 Prozent werden aus e-commerce erlöst.

          Hess sieht Wachstumsraten im mobilen Markt. „Ich glaube stark an die mobilen Dienste. Da in der Regel alle zwei Jahre die Kunden die Handys wechseln, werden genügend multimediafähige Geräte in den nächsten Jahren auf dem Markt sein“, sagte Hess. Bisher arbeitet Sport1 für T-mobile, in naher Zukunft werden weitere Telekommunikationsanbieter dazukommen.

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