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Schefflers Golf-Kolumne : Qualifikant Lendl und sein spezielles Double

  • -Aktualisiert am

Ivan Lendl: Einst Tennis mit rechts, nun Golf als Linkshänder Bild: dapd

Unter den 8235 Aspiranten, die um die wenigen Plätze bei den US Open kämpfen, finden sich stets auch Prominente und Profisportler aus anderen Disziplinen. Für Ivan Lendl wäre die Quali das „Double“ - US Open-Teilnahmen im Tennis und Golf gewesen, doch er scheiterte.

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          Eine Stammvorgabe (Handicap) von minus 1,4 oder weniger und 150 Dollar Meldegebühr - mehr benötigt man nicht, um als Golfamateur für die US Open zu melden. Doch natürlich kann man selbst als Profi nicht einfach so bei den Meisterschaften mitspielen, die in diesem Jahr vom 16. bis 19. Juni im Congressional Country Club in Bethesdas (Maryland) vor den Toren der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. ausgetragen werden. Wer nicht zu der Hälfte des 156 starken Feldes gehört, die auf Grund ihrer Weltranglistenposition (Top 50) oder vergangener Meriten direkt fürs Hauptfeld qualifiziert ist, der muss durch die Qualifikation.

          Unter den 8235 Qualifikanten finden sich wie jedes Jahr auch ein paar Prominente, darunter zwei Berufssportler, die in der American-Football-Liga NFL derzeit noch aktiv sind: Tony Romo, der Quarterback der Dallas Cowboys und Josh Scobee, der Kicker der Jacksonville Jaguars. Mit ihnen probieren es in diesen Tagen etliche ehemalige Größen: NFL-Quarterback Al Del Greco, die Baseball-Pitcher John Smoltz (Handicap +2) und Erik Hanson oder die ehemalige Eishockey-Cracks Grant Fuhr und Mike Dunham.

          Ivan Lendl versucht sein Glück bei den alten Golfherren

          Derzeit ist an 111 Orten in den Vereinigten Staaten die erste Runde der Qualifikation („local qualifying“) im Gang, ein Zählspiel über 18 Löcher. Wer diese erste Auswahl übersteht, darf beim sogenannten „sectional qualifying“ mitspielen, das an 13 Orten (elf in den Vereinigten Staaten, je einer in Europa und Japan) ausgetragen wird. Für die Überlebenden der lokalen Ausscheidung stehen die Chancen allerdings nicht besonders gut, denn im „sectional qualifying“ greifen die Spieler großer Profiturnierserien ins Geschehen ein.

          Tony Romo (Handicap +1,4) war einer der wenigen Stars aus anderen Sportarten, der es im Vorjahr geschafft hatte, die erste Hürde mit 71 Schlägen zu nehmen. Wegen schlechten Wetters musste seine „sectional qualifying“, bei dem an einem Tag 36 Löcher gespielt werden, dann allerdings um einen Tag verschoben werden, Romo musste ins Trainingslager seines Football-Team und konnte nicht antreten. In diesem Jahr hatte er noch weniger Glück: Er scheiterte am Montag mit 81 Schlägen. Übrigens das gleiche Ergebnis, das Scobee im Vorjahr bei seiner ersten Quali-Teilnahme erzielte.

          Lendl wollte das Double schaffen - US Open-Teilnahmen im Tennis und Golf

          Ivan Lendl, der das Tennis-Racket mit rechts schwang, Golf aber als Linkshänder spielt, hatte vor drei Jahren schon einmal sein Glück versucht, war mit 77 Schlägen aber chancenlos. Damals hatte er verkündet, es sei wohl aussichtsreicher sich für die US Senior Open zu qualifizieren. Mittlerweile ist Lendl, der Sieger von acht Grand-Slam-Turnieren im Tennis 50 Jahre alt und damit bei den „alten Golfherren“ startberechtigt, dennoch nahm er am Dienstag in Newport (Rhode Island) wieder den Kampf gegen meist viel jüngere Konkurrenten auf.

          Er möchte unbedingt Ellsworth und Frank Vines nacheifern, die bisher als einzige Tennisspieler nach ihrer ersten Karriere in den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts auch das „Double“ mit Teilnahmen bei den US Open im Tennis und Golf schafften. Für Lendl bleibt dieses „Double“ wohl ein unerfüllbarer Traum, er scheiterte mit 84 Schlägen.

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