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Schefflers Golf-Kolumne : Jedes Loch ein Gemälde

  • -Aktualisiert am

Der Architekt der Traumkulissen: Mark Parsinen auf seinem neuesten Platz Castle Stuart Golf Links in Inverness/Schottland. Bild: Mark Parsinen

Mark Parsinen hat die Golfplatz-Architektur nicht gelernt. Und dennoch hat der Autodidakt Träume zwischen erstem Abschlag und Loch 18 wahr werden lassen. Parsinen hat einige der schönsten Kurse der Welt gebaut.

          Manchmal dauert es Jahrzehnte bis man sich ganz seiner großen Liebe voll und ganz widmen kann - und die Leidenschaft sichtbare Früchte trägt. Im Fall von Mark Parsinen (61) und seiner Zuneigung zu Links Golf verdankt die Golfwelt der späten Blüte dieser Liaison zwei Plätze an der schottischen Ostküste, die zur absoluten Weltspitze zählen: die Kingsbarns Golf Links bei St. Andrews und Castle Stuart Golf Links in Inverness in den Highlands. Kingsbarns gehört schon zum festen Inventar der European Tour. Jedes Jahr ist dieser Platz einer der drei Austragungsorte der Dunhill Links Championship, die immer in der ersten Oktober-Woche stattfindet. In diesem Jahr war Kingsbarns auch erstmals einer der Plätze für das sogenannte „Local Final Qualifying“ für die British Open.

          Obwohl Castle Stuart erst im Juli vorigen Jahres seine Abschläge öffnete, ist auch dieser Platz schon als Austragungsort eines Turniers der europäischen Tour im Gespräch. Noch findet die Scottish Open in Loch Lomond statt, doch die meisten Profis würden als Vorbereitung auf die British Open lieber auf einem Links Course statt auf einem Parkland Course spielen. Da bietet sich Castle Stuart geradezu an - zumal es von internationalen Golfmedien zum besten neuen Platz in der ganzen Welt gekürt wurde.

          Aber der Reihe nach: Kingsbarns und Castle Stuart verbindet eine lange Liebesgeschichte. Mark Parsinen studierte in den sechziger Jahren ein paar Semester an der renommierten London School of Economics. Der begeisterte Golfer mit niedrigem einstelligen Handicap hatte selbstverständlich auch seine Golfschläger aus Amerika mit nach Großbritannien gebracht - und natürlich schwang er die Schläger auch während seiner Studienzeit.

          Traumkulisse in Kingsbarns: Zwischen Meeresrauschen und Loch 18

          Wie viele amerikanische Golftouristen machte er sich immer wieder auf den Weg in die Heimat des Sports, nach Schottland. Die Links Courses, jene Küstenplätze in der Dünenlandschaft, hatten es ihm angetan. Sie waren so ganz anders als die manikürten Spielwiesen in seiner Heimat, rau und ursprünglich - und sie erforderten ein kreatives Spiel, bei dem nicht nur der Luftweg ins Ziel führt.

          Zeit fürs Hobby

          Für Parsinen war die erste Begegnung mit den Ursprüngen des Sports Liebe auf den ersten Blick, einer Liebe, der er sich nur gelegentlich bei Reisen auf die britischen Inseln widmen konnte.
          Golf war und blieb für Parsinen ein Hobb, die berufliche Karriere ging vor. Nach dem er das Studium an der Elite-Universität Stanford mit einem Master of Business Administration (MBA) abgeschlossen hatte, leitete er das kalifornische Büro der Unternehmensberatung Boston Consulting Group in San Francisco. Kurz vor seiner Ernennung zum CEO kündigte er und gründete im kalifornischen Silicon Valley eine Computerfirma, die zeitweise den schnellsten Rechner der Welt baute.

          Er brachte die Firma an die Börse. Parsinen hatte damit finanziell ausgesorgt - Zeit, sich ganz seinem Hobby Golf zu verschreiben. 1990 entdeckte er nahe seines Wohnortes Sacramento ein Stück Land, das ihm für einen klassischen Golfplatz geeignet schien. Beim Bau von Granite Bay lernte er Kyle Philipps kennen, der damals als Architekt für Robert Trent Jones jun. arbeitete - für beide eine schicksalhafte Begegnung.
          Philipps erzählte Parsinen von einem herrlichen Küstenstreifen im Kingdom of Fife nahe des Golfmekkas St. Andrews - dem sogenannten „Home of Golf“.

          Der nächste Streich

          Parsinen sah beim ersten Besuch sofort das Potential. Philipps machte sich selbständig, Parsinen sorgte für die Finanzierung. Gemeinsam machten sich die beiden Amerikaner daran, in Schottland einen modernen Links Course zu schaffen, der es mit jedem der Klassiker aufnehmen kann. Im Juli 2000 wurde Kingsbarns eröffnet - und kann sich seitdem vor Auszeichnungen kaum retten.

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