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Schefflers Golf-Kolumne : Der Tiger ist eine Sphinx

  • -Aktualisiert am

In der Schwebe: Aus Tiger Woods wird derzeit niemand schlau Bild: AP

Auf nichts mehr ist Verlass bei Tiger Woods: Nicht auf seine Aussagen und auch nicht auf seinem Golf-Schwung. Nun hat sein Trainer Woods verlassen. Oder hat er seinen Trainer entlassen? Der Superstar seines Sports lässt seine Beobachter ratlos zurück.

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          Ein Golflehrer, der seinem Musterschüler den Laufpass gibt - das ist im Profigeschäft eine Rarität, erst recht, wenn es sich bei dem Geschassten um Tiger Woods handelt, den Besten der Zunft - und um jenen Mann, dem Hank Haney seinen Aufstieg in die allererste Garde der Schwunggurus verdankt. Noch seltsamer wird der Rückzug des 54-jährigen Amerikaners mit einem Blick auf die Vorgeschichte.

          Seit der Rückkehr des 34-jährigen Superstars nach seiner fünfmonatigen Turnierpause waberten die Gerüchte, dass Woods seinen wichtigsten freien Mitarbeiter entlässt - und ständig wurden sie von beiden vehement dementiert. Noch vorige Woche bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach sagte Woods: „Hank und ich sprechen jeden Tag, nichts hat sich geändert. Wenn man der Presse glaubt, habe ich ihn schon fünf Mal gefeuert. Aber ich habe ihm gerade seinen Scheck fürs nächste Vierteljahr geschickt.“

          Haney gibt auf seiner Website keine Gründe für seinen Entschluss an. Es heißt nur knapp: „Ich habe Tiger Woods heute abend mitgeteilt, dass ich nicht länger sein Coach bin.“ Es darf also wieder wie so oft in den vergangenen Monaten munter spekuliert werden: Was hat Haney veranlasst, den Büttel hinzuwerfen? Dass Woods und Haney nach mehr als sechs gemeinsamen Jahren getrennte Wege gehen, ist die neueste, aber beileibe nicht die einzige überraschende Wende um den Rückkehrer Woods.

          Getrennte Wege: Hank Haney (l.) hat den Dienst als Trainer von Tiger Woods quittiert

          Katastrophale Fehlschläge

          Vergangene Woche hatte Woods auf Fragen nach seinem Gesundheitszustand noch geantwortet, alles sei hundertprozentig in Ordnung. Am Sonntag gab er nach etlichen, für ihn untypischen katastrophalen Fehlschlägen wegen unerträglicher Nackenschmerzen nach sieben Löchern auf. Er sagte am Montag bei einem Pressetermin für das AT&T National in Philadelphia, dass die Beschwerden in der Halswirbelsäule zwei Wochen vor dem Masters erstmals aufgetreten und mittlerweile so stark seien, dass er keinen Golfschläger mehr schwingen könne. Eine Kernspintomographie nach der Rückkehr in seinen Wohnort Orlando solle Aufschluss über die Schwere der Verletzung liefern.

          Bis auf den Satz, sein Turnierplan sei „in der Schwebe“, ist von Woods nichts über seine Zukunftspläne zu erfahren. Spielt er beim Turnier von Jack Nicklaus, dem Memorial Tournament (3. bis 6. Juni), als Titelverteidiger mit? Tritt er bei den US Open (17. bis 20. Juni) in Pebble Beach an, wo er vor zehn Jahren den ärgsten Verfolger um 15 Schläge hinter sich ließ? Seit seinem Autounfall am 27. November durch den seit sein privates Doppelleben ruchbar wurde, ist bei Tiger Woods auf nichts mehr Verlass, nicht auf seinen Golfschwung, nicht auf seine Aussagen: der laut Weltrangliste immer noch beste Golfer der Welt als die große Sphinx des Sports.

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