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Schacholympiade : Erstaunliche deutsche Erfolge

  • -Aktualisiert am

Großer Erfolg für den deutschen Schach-Sport: Mit der Silbermedaille bei der Schacholympiade in Istanbul gelang den deutschen Denksportlern ein erstaunliches Ergebnis.

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          Sollen die deutschen Schachspieler jetzt die Systemfrage stellen? Denn hätten bei der 34. Schacholympiade in Istanbul - wie in anderen Mannschaftssportarten auch - die Siegpunkte gezählt, wäre Deutschland sensationell Gesamtsieger geworden.

          Da aber nur die absolute Brettpunktzahl Kriterium war, wurden die deutschen Männer nach 14 Runden Zweiter hinter dem haushohen Favoriten Russland, aber noch vor den hoch gehandelten Ukrainern. Die Frauen wurden Achte, es siegte China vor Georgien und Russland.

          Die Silbermedaille ist dennoch als Deutschlands größter Erfolg im Mannschaftsschach zu werten, da in Istanbul die gesamte Weltelite vertreten war. Mit Ausnahme der beiden Besten, Wladimir Kramnik und Garri Kasparow, die zu Beginn der Schacholympiade die Braingames-Weltmeisterschaft in London ausspielten.

          Erstaunliche Dominanz ohne Einbruch

          Ohne ihre beiden Aushängeschilder büßten die Russen natürlich an Qualität ein, in der Breite waren sie aber noch immer bärenstark besetzt. Um so erstaunlicher war die Dominanz, mit der die Deutschen die erste Turnierhälfte bestimmten. Erst der russische 4:0-Kantersieg gegen Rumänien in Runde zehn katapultierte den Abonnementsieger auf Platz eins, kurz darauf verlor Deutschland gegen Bulgarien sein zweites und letztes Match - die Vorentscheidung in Istanbul.

          Dass die Deutschen danach - wie von so manchem Experten geunkt - nicht einbrachen, sondern in der Schlussrunde sogar die bis dahin unbesiegten Engländer schlugen, lag an der klugen Aufstellung von Bundestrainer Uwe Bönsch. Der schonte seine Schützlinge wenn nötig, verordnete auch den Spitzenspielern Artur Jussupow und Rustem Dautow die ein oder andere Verschnaufpause. An den vier Brettern wechselte Bönsch munter durch, gab allen sechs Akteuren Einsatzchancen.

          Dautow gewinnt Bronzemedaille

          Und die Spieler dankten es ihm: Kein einziger blieb am Ende unter 60 Prozent, Dautow holte in der Gesamtwertung an Brett drei gar die Bronzemedaille. Und das soll schon etwas heißen bei einer Schacholympiade. Denn dort werden die Brettmeisterschaften normalerweise von zumeist unbekannten Exoten wie Indonesiens Adianto Utut (Gold am ersten Brett) gewonnen, weil diese im Turnierverlauf weitgehend unter sich bleiben.

          Die Weltklassespieler dagegen werden größtenteils gegeneinander gelost, da sie in der Regel für die besten Schachnationen antreten, die im oberen Tableau aufeinandertreffen.

          Rustem Dautow, ebenso wie Artur Jussupow naturalisierter Russe und seit Jahren in Deutschland zu Hause, holte die Bronzemedaille, die Elisabeth Pähtz an Brett zwei als Vierte nur ganz knapp verpasste. Der Achtungserfolg des größten deutschen Schachtalents zeigte aber immerhin, dass auch die Frauen gute Zukunftsperspektiven haben.

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