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Schach-Herausforderer Caruana : Carlsen und das Duell mit dem Computerhirn

  • -Aktualisiert am

Der Herausforderer aus den Vereinigten Staaten: Fabiano Caruana. Bild: AFP

Beim Kampf um die Schachkrone gibt Fabiano Caruana, der Herausforderer von Magnus Carlsen, sich am Brett als kühler Rechner. Doch es stellt sich eine entscheidende Frage.

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          Vor einigen Jahren wurde Magnus Carlsen gebeten, das Schach seiner Rivalen jeweils mit einem Wort zu beschreiben. Zu Fabiano Caruana fiel dem Weltmeister damals spontan „Computer“ ein. Die Einschätzung war nicht anerkennend gemeint. Dem Amerikaner gehe etwas ab, was auch dem Computerschach fehlt, nämlich Intuition, hat Carlsen kürzlich auf dem norwegischen Podcast „Sjakksnakk“ nachgelegt. Für sich reklamiert er, dass er die Erfordernisse einer Stellung versteht und erfühlt, wie sich sein jeweiliger Gegner darin zurechtfindet. Caruanas Spiel basiere dagegen auf konkreter Berechnung.

          Nüchterne Kalkulation gegen menschliche Intuition, konkrete Varianten gegen tiefe Einsicht: Lautet so das eigentliche Thema ihres Zweikampfes über zwölf Partien, der an diesem Freitag im College Holborn, einem viktorianischen Auditorium im Herzen Londons, beginnt? Vishy Anand, dem Carlsen 2013 den Weltmeistertitel abnahm, traute sich einen Sieg gegen den Norweger nicht wirklich zu. Sein letzter Herausforderer Sergei Karjakin setzte nur auf Defensive und Konter. Caruana ist der erste WM-Gegner, der Carlsen auf Augenhöhe begegnet. In der Weltrangliste hat sich der Rivale von Carlsen bis auf drei Elopunkte genähert. Seit März, als er das Kandidatenturnier in Berlin vor sieben Konkurrenten souverän gewann, ist Caruana in herausragender Form. In dieser Zeit hat er zwar vier Partien mit langer Bedenkzeit verloren, aber öfter als jeder andere Weltklassespieler, nämlich 24-mal gewonnen.

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