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Schach : Fide versus PCA - das Duell der Verbände

  • -Aktualisiert am

          So drastisch wie im Boxsport ist es zwar nicht, dennoch konkurrierten auch beim Schach lange Zeit zwei Verbände, die unterschiedliche Weltmeister führten.

          1993 trennte sich Garri Kasparow mit einer Gruppe von gleichgesinnten Großmeistern vom traditionellen Weltverband Fide. Gründe waren ein Streit um strukturelle und organisatorische Angelegenheiten wie Preisfonds und Spielmodus sowie persönliche Animositäten mit Fide-Präsident und Karpow-Sympathisant Florencio Campomanes.

          Mit seinem Landsmann Anatoli Karpow hatte sich Kasparow zuvor einige erbitterte WM-Duelle geliefert.

          Fernduell Kasparow gegen Karpow

          Mit dem WM-Duell zwischen Kasparow und dem regulär qualifizierten Nigel Short (England) konstituierte sich die Professional Chess Association (PCA) 1993 in London. In den folgenden Jahren verlor die PCA an Bedeutung und trug nur noch einmal, 1995 in New York, Weltmeisterschaften aus. Wie schon zwei Jahre zuvor gegen Short, setzte sich Garri Kasparow auch diesmal klar gegen seinen Herausforderer, den Inder Viswanathan Anand, durch.

          Gleichzeitig nannte sich auch Kasparows Erzrivale Anatoli Karpow, der seinem russischen Landsmann von 1985 an in vier Titelkämpfen unterlegen gewesen war, wieder Fide-Weltmeister, da er 1993 (trotz seiner Halbfinal-Niederlage gegen Short) das Ersatzendspiel gegen den Holländer Jan Timman gewonnen hatte.

          Jetzt Fide versus Braingames

          Erst 1999 bekam die Fide einen neuen Titelträger. In Las Vegas setzte sich der krasse Außenseiter Alexander Khalifman (Russland) - erstmals im K.o.-System - durch. Freilich waren weder Kasparow noch Karpow am Start. Khalifman verlor seinen Fide-Titel Ende Dezember 2000: In Teheran eroberte Anand als erster Inder die offizielle Weltmeisterschaft.

          Kasparows Titelverteidigung ist dagegen misslungen. Die alternative Weltmeisterschaft, diesmal nicht unter dem Dach der PCA, sondern der Internetfirma Braingames Network (einem Strategiespiele-Produzent), verlor er Anfang November 2000 in London im Kandidatenmatch gegen seinen zwölf Jahre jüngeren Landsmann Wladimir Kramnik.

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