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Russland : Sportminister Mutko bleibt auch Fußballchef

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Daumen hoch: Mutko kann sich auf seine Hausmacht verlassen Bild: dpa

Trotz aller Kritik bleibt Witali Mutko Russlands Fußball-Chef. Der Putin-Vertraute will das Riesenreich in die internationale Spitze führen. Doch bringt er zunächst die Heim-WM 2018 skandalfrei über die Bühne?

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          Russlands Sportminister Witali Mutko ist abermals zum Vorsitzenden des russischen Fußballverbands (RFS) gewählt worden. Die Entscheidung für den kremlnahen Politiker gilt als wichtige personelle Weichenstellung bei dem WM-Gastgeber von 2018. Kritiker werfen dem 57-Jährigen unter anderem mangelnde Reformbereitschaft vor. Mutkos Renommee hatte zuletzt auch durch die Diskussion über mögliches Staatsdoping bei russischen Leichtathleten gelitten.

          In einer Kampfabstimmung entschieden sich am Samstag gut 65 Prozent der Delegierten für Mutko, der als klarer Favorit in das Rennen gegangen war. Er erhielt 266 Stimmen, sein Rivale, der frühere Nationalcoach Waleri Gassajew, 142. Das berichteten Medien in Moskau.

          Gassajew kritisierte Mutko in seiner Kandidatenrede vor der Abstimmung scharf. Das Sportministerium habe Druck auf die Delegierten ausgeübt, damit der Amtsinhaber wiedergewählt werde, sagte der 62-Jährige. Gassajew rechnet sich einem Reformflügel zu, dem unter anderem noch Ex-Nationaltrainer Oleg Romanzew angehört.

          Sie werfen Mutko, der Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees ist, auch Ämterhäufung vor. Seit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Russland vor sechs Jahren sei „fast nichts“ vorangetrieben worden, weil sich der Sportminister hauptsächlich um die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gekümmert habe, kritisierte Gassajew. „Dem russischen Fußball geht es schlecht“, sagte er. Zahlreiche WM-Bauvorhaben wie etwa das Stadion in St. Petersburg hinken dem Zeitplan hinterher.

          Romanzew bezeichnete die Wiederwahl von Mutko mit knapper Zweidrittelmehrheit als „Farce“. Kurz vor der Abstimmung hatten zwei Kandidaten überraschend ihre Bewerbung zurückgezogen und für Mutko geworben. „Jeder hat gesehen, welche Art Wahl das war“, sagte Gassajew.

          Mutko wies die Vorwürfe zurück. Er sprach sich für eine mit Präsident Wladimir Putin abgestimmte „Strategie 2030“ aus. Bis zu diesem Jahr will sich Russlands Fußball in der internationalen Spitze etabliert haben. Mutko war bereits von 2005 bis 2009 RFS-Chef und hat das Amt wieder seit September 2015 inne. Er ist nun für vier Jahre gewählt.

          Für Aufsehen sorgte die Festnahme des Funktionärs Alexander Schprygin durch eine Sondereinheit auf der Männertoilette des Tagungshotels. Grund sei die Randale russischer Fans im Zentrum von Moskau Ende Januar, teilte die Polizei mit. Schprygin wird auch vorgeworfen, einer der Organisatoren blutiger Fan-Ausschreitungen bei der EM 2016 in Frankreich gewesen zu sein. Seine Fanorganisation WOB, dessen Vorsitzender er ist, wurde am Samstag vom Verband ausgeschlossen. Die Polizei durchsuchte zeitgleich Schprygins Wohn- und Arbeitsräume.

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