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Rücktritte : Von 32 WM-Trainern sind nur noch zehn im Amt

  • Aktualisiert am

Der bittere Moment: Spaniens Trainer Camacho mit seinem Spielern nach dem WM-Aus Bild: dpa

Jose Antonio Camacho hat als Spaniens Fußball-Nationaltrainer seinen Rücktritt eingereicht. Er ist der 17. WM-Trainer, dessen Engagement offiziell endet.

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          „Das Leben besteht aus Abschnitten, und dieser Abschnitt ist für mich beendet“, erklärte Jose Antonio Camacho, der als Spaniens Fußball-Nationaltrainer seinen Rücktritt eingereicht hat und seine Zukunft als Klubtrainer sieht: „Die Euro 2004 ist erst in zwei Jahren und die nächste WM noch zwei Jahre später. Mit 47 Jahren brauche ich jetzt neue Herausforderungen. Ich brauche das tägliche Training bei einem Verein.“

          Camacho befindet sich damit wenige Tage nach dem WM-Finale in illustrer Gesellschaft. Von den Coaches der 32 WM-Teilnehmer sind nur noch zehn im Amt. 17 haben ihr Engagement offiziell beendet - entweder freiwillig oder auf Drängen des Arbeitgebers, in fünf Fällen wird nach Vertragsablauf neu verhandelt.

          Lemerre erwartet seine Papiere

          Und noch steht das Trainer-Karussell nicht still. Am Freitag wird Frankreichs Chefcoach Roger Lemerre aller Voraussicht nach der 18. WM-Fußballlehrer sein, der die Papiere erhält. Denn nach dem blamablen Vorrunden-Aus des Titelverteidigers wird in Frankreich erwartet, dass Verbandspräsident Claude Simonet auf der Generalversammlung einen neuen Nationaltrainer präsentiert.

          Über Lemerres Nachfolger wird schon seit Wochen spekuliert. Simonets Favorit ist Ex-Europameister Jean-Francois Domergue vom Erstliga-Aufsteiger Le Havre. Auch Philippe Troussier, der Japan ins WM-Achtelfinale führte und danach dem „Land der aufgehenden Sonne“ den Rücken kehrte, zählt zu den Kandidaten.

          Hiddink und Troussier hören erfolgreich auf

          Troussier ist einer der wenigen, die nach Erfolgen ihr Amt aufgaben. Sein Vertrag mit Japans Verband lief nach der WM aus, verlängern wollte er nicht. Allerdings empfahl er seinem bisherigen Arbeitgeber, wieder einen Europäer zu verpflichten: „Vielleicht einen Franzosen, einen Deutschen oder einen Engländer.“

          Tränenreich wird der Abschied von Südkoreas neuem Volkshelden Guus Hiddink, der den Co-Gastgeber auf Platz vier führte. Der Niederländer, der am Dienstag bei einem Autokonvoi durch Seoul noch einmal von Millionen Koreanern gefeiert wurde, will nach „ein bis zwei Wochen Urlaub“ in seine Heimat zurückkehren und beim PSV Eindhoven einen Zweijahrsvertrag unterschreiben.

          Auch Scolaris Posten wird frei

          Weltmeister Luiz Felipe Scolari, der am Dienstag in der Heimat nach 24-stündiger Rückreise begeistert empfangen wurde, hatte sich bereits vor Brasiliens 2:0-Finaltriumph über Deutschland von seinen Spielern verabschiedet. Auch Marcelo Bielsa (Argentinien), Javier Aguirre (Mexiko) und Bora Milutinovic (China) verlängerten ihre auslaufenden Verträge nicht.

          Entlassen wurden Nasser Al-Johar (Saudi-Arabien), Festus Onigbinde (Nigeria), Antonio Oliveira (Portugal), Jerzy Engel (Polen) und Mirko Jozic (Kroatien). Oleg Romanzew (Russland), Srecko Katanec (Slowenien), Victor Pua (Uruguay), Cesare Maldini (Paraguay) und Robert Waseige (Belgien) legten ihr Amt nieder. Der belgische Fußball-Verband hat bereits Aime Athuenis, dessen größter Erfolg die belgische Meisterschaft mit dem RC Genk 1999 war, als neuen Nationaltrainer vorgestellt.

          Schäfer verhandelt noch

          Offen ist die Zukunft von Winfried Schäfer, dem Kameruns Verband einen neuen Zweijahresvertag angeboten hat. Der frühere Bundesliga-Coach, der einen Vierjahresplan vorlegte, will nach seinem Urlaub entscheiden. Ihre Verträge noch nicht verlängert haben Hernan Dario Gomez (Ekuador), Jomo Sono (Südafrika), Alexandre Guimaraes (Costa Rica) sowie das tunesische Trainergespann Ammar Souayah/Khemais Labidi.

          Mit ihrer Nationalmannschaft sicher weiterarbeiten dürfen neben DFB-Teamchef Rudi Völler nur Englands Chefcoach Sven-Göran Eriksson, Dänemarks Morten Olsen (alle Vertrag bis 2006), der Türke Senol Günes, das Schweden-Duo Tommy Söderberg/Lars Lagerbäck und Irlands Mick McCarthy (alle bis 2004).

          Metsu hat Angebote aus Europa

          Seinen bis zur Euro 2004 laufenden Vertrag möchte auch Giovanni Trapattoni in Italien gerne erfüllen, der Verband deutete trotz des bitteren Achtelfinal-Aus gegen Südkorea die Bereitschaft zu einer weiteren Zusammenarbeit an.

          Senegals Erfolgscoach Bruno Metsu, dessen Kontrakt bis 2003 läuft, hat indes zahlreiche lukrative Angebote aus Europa vorliegen, versprach aber: „Ende des Monats nach meinem Urlaub komme ich nach Dakar zurück. Ich bin zu 100 Prozent Senegalese.“ Bis Jahresende ist US-Coach Bruce Arena noch an den amerikanischen Verband gebunden, der gerne die Zusammenarbeit fortsetzen möchte.

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