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Rolf Aldag : Radsportexperte mit Wortwitz

  • Aktualisiert am

Schwierige Doppelrolle Bild: dpa

Als Profi darf Rolf Aldag nicht mir auf die Frankreich-Rundfahrt. Dafür kommentiert der T-Mobile-Profi nun für das ZDF.

          2 Min.

          Halb Fernsehreporter, halb Radprofi: Immer wenn die ARD überträgt, darf Rolf Aldag aufs Rad. Der 36 Jahre alte T-Mobile-Profi, der wegen der Folgen eines Armbruchs vom April nicht für die Tour de France nominiert wurde, steht von Samstag an in Frankreich unter einer ungewöhnlichen Doppelbelastung. „Ich bin jetzt zum dritten Mal beim ZDF als Co-Kommentator dabei. Jeden zweiten Tag kann ich trainieren, denn zumindest bis 31. Dezember bin ich noch Radprofi“, sagt der lange Westfale.

          Bis auf Jan Ullrich hat Aldag dabei allen aktuellen Tour-Startern des Bonner Teams eines voraus: „Ich weiß, wie hart es ist, ein Gelbes Trikot zu verteidigen. Ich war 1996 beim Riis-Sieg dabei und 1997 als Jan gewann.“

          Experte mit Wortwitz

          Aldag, als Experte mit Wortwitz im Fernsehen hoch geschätzt, hat das Kapitel Tour de France als Aktiver abgehakt. „Zehn Touren - das war's“, sagte der deutsche Meister von 2000, als feststand, dass er nicht nominiert wird. „Der Bruch ist verheilt. Aber es wäre nicht gegangen. Bei der Tour de Suisse bin ich zum ersten Mal bergab gestürzt. Ich kann den Lenker einfach nicht so fest fassen, wie es sein muß.“ Vielleicht beendet Aldag zum Jahresende seine Karriere. „Entschieden ist noch nichts - es gibt Überlegungen“, sagte der Edelhelfer von Ullrich und Erik Zabel.

          Fernsehjournalist könnte eine Alternative für den nicht mehr aktiven Aldag sein. „Ich weiß nicht, ob ich dafür wirklich Talent hätte, so nach dem Modell Rudi Cerne. Auf jeden Fall arbeite ich mit dem ZDF zusammen, so lange die Senderechte für die Tour vorhanden sind: bis 2008, mit Option 2009“, sagte Aldag. Das ZDF überträgt zehn der 21 Etappen der 92. Tour.

          Alle Sender arbeiten mit Insidern

          Aldags Weg ist nicht ungewöhnlich. Kaum ein Sender kommt während des Saisonhöhepunktes ohne Experten aus. Bei der ARD sind der frühere Sprinter Marcel Wüst und der rustikale Altmeister Rudi Altig längst feste Größen. In der letzten Woche kommt auch Zabel dazu. Bei Eurosport hilft Jens Heppner seit Jahren aus. Im französischen Fernsehen lauschen die Fans den Analysen des zweifachen Toursiegers Bernard Thévenet, die Spanier setzen auf Toursieger Pedro Delgado, und Laurent Fignon sitzt bei Eurosport-Frankreich am Mikrofon.

          Aldag hat natürlich auch eine Meinung zu Zabels Demission aus dem T-Mobile-Tourteam. Allerdings wird er bei dem Thema zum vorsichtigen Diplomaten, obwohl er sonst Klartext redet. Er hätte geraten, Zabel selbst entscheiden zu lassen. „Aber ich hätte das Team nicht aufstellen wollen. Das haben sich alle nicht leicht gemacht“, sagte Aldag. Er kommt jedoch zu dem Schluß, daß auch Zabel bei der Tour sicher seinen Mann als Ullrich-Helfer hätte stehen können. „Ich hoffe und wünsche es Jan, daß er noch mal die Tour gewinnt“, meinte Aldag. Durch die Entscheidung gegen Zabel sei der Druck auf seinen Team-Kapitän aber noch einmal größer geworden.

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