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Roger Prinzen und Mainz 05 : Der Spion, der aus dem Trainerkurs kam

Der Doppelagent: Roger Prinzen schaute vor kurzem noch bei Thomas Tuchel zu Bild: dpa

Spionagezwischenfall am Mainzer Bruchweg: Roger Prinzen wurde erst vor einem Monat als Hospitant eingeweiht in die Geheimnisse bei Mainz 05. Nun ist er am Samstag Gegner seines Lehrers Thomas Tuchel.

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          Bundesligaklubs nehmen allerhand Mühen in Kauf, um Spionageversuche der Konkurrenz zu unterbinden: Geheimtrainings werden angesetzt und Vorhänge um den Platz gehängt. Da wirkt es wie in einer Agentenkomödie, dass Mainz 05 den Spion selbst eingeladen hat.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Denn nach der Beurlaubung von Gertjan Verbeek heißt der Trainer des kommenden Gegners Roger Prinzen. Den Interimstrainer des 1. FC Nürnberg hatte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel erst vor einem Monat in die Geheimnisse der eigenen Trainingsweise und Spielvorbereitung eingeweiht. Prinzen war mit seinem Jahrgang der Schweizer Trainerakademie auf Einladung des Klassenkameraden und Mainzer U23-Trainers Martin Schmidt eine Woche lang am Bruchweg und verfolgte die Vorbereitung auf die Spiele gegen Bayern München und Eintracht Braunschweig aus größtmöglicher Nähe mit. Tuchel soll den Gästen gegenüber sehr offen gewesen und keiner Frage aus dem Weg gegangen sein. Da konnte er freilich nicht ahnen, dass Prinzen vom lernwilligen Schüler zum Spion wird. Der Samstag wird weisen, ob der Doppelagent die richtigen Schlüsse aus den Lehrstunden in Mainz zieht.

          Abwehr und Spionageabwehr

          Eine gewisse böse Vorahnung mag Tuchel schon am Dienstag gehabt haben. Da reagierte er auf das Gerücht, dass Nürnberg sich von Verbeek trennen könnte, mit Fassungslosigkeit. „Oh Gott, ist das wahr“, sagte er und mag sich schon in das beliebte Denkspiel „Was denkt er wohl, was ich denke, was er denkt“ begeben haben. Sein Mainzer Trainerkollege Martin Schmidt, der den Spion quasi ohne Vorahnung und bösen Hintergedanken eingeschleust hatte, nahm es derweil mit Humor. „Das nutzt Roger sicherlich viel für die Vorbereitung auf uns. Aber dann müssen wir eben zeigen, dass Mainz 05 nicht nur eine gute Abwehr, sondern auch eine gute Spionageabwehr hat“, sagte der Schweizer.

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